Österreich erlässt strenge Regeln für Après-Ski

Österreich erlässt strenge Regeln für Après-Ski

Corona-Welle: EU-Kommission mahnt dringend zum Gegensteuern

Wegen überall steigender Corona-Zahlen hat Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides die EU-Staaten dringend aufgefordert, sofort gegenzusteuern. "Das ist womöglich unsere letzte Chance, eine Wiederholung des Geschehens im Frühjahr zu vermeiden", warnte Kyriakides in Brüssel.

Die Zahlen gemeldeter Corona-Infektionen seien seit August in der ganzen Europäischen Union und in Großbritannien stetig gewachsen und lägen nun teils höher als auf dem ersten Höhepunkt der Pandemie im März. Die bisherigen Gegenmaßnahmen seien nicht immer ausreichend gewesen. Deshalb müssten die EU-Staaten beim ersten Anzeichen für einen neuen Ausbruch sofort einschreiten, forderte die Kommissarin.

Dazu zählte sie verstärkte Tests, Rückverfolgung von Kontakten, bessere Überwachung der öffentlichen Gesundheit, besseren Zugang zu Schutzkleidung und Medikamenten sowie die Stärkung der Kapazitäten in Krankenhäusern.

Kein Gedränge, Essen nur im Sitzen – Österreich erlässt strenge Regeln für Après-Ski

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung an. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur 3 Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

Lufthansa will Corona-Schnelltests für Passagiere anbieten

Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll, wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen.

Die Luftverkehrsbranche sieht die Tests auch als Alternative zu den beispielsweise in Deutschland geplanten Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikogebieten. Der Airlineverband IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests zum Stückpreis unter zehn Euro erhältlich sein werden und innerhalb von 15 Minuten sichere Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. IATA-Präsident Alexandre de Juniac hatte sich am Dienstag für eine Testpflicht auf sämtlichen Flügen ausgesprochen, wobei die Kosten von staatlicher Seite getragen werden sollten.

Neue Corona-Maßnahmen in England in Kraft getreten

Angesichts der stetig steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen sind in England am Donnerstag neue Restriktionen in Kraft getreten. Unter anderem müssen alle Restaurants und Pubs um 22 Uhr schließen. In den gastronomischen Einrichtungen darf nach den neuen Vorschriften nur noch am Tisch bedient werden, die Servicekräfte müssen eine Maske tragen.

Mit viermonatiger Verspätung veröffentlichte die britische Regierung am Donnerstag zudem eine Corona-App. Sie soll per Bluetooth-Technologie die Nutzer informieren, wenn Menschen in ihrer Nähe später positiv auf das Coronavirus getestet werden. Ein Alarm wird an Nutzer verschickt, die 15 Minuten oder mehr in einem Umkreis von zwei Metern von einem infizierten Menschen verbracht haben.

Ursprünglich sollte die Warn-App bereits im Mai veröffentlicht werden, sie verzögerte sich aber immer wieder. Die nun bereitgestellte Anwendung gilt nur für England und Wales. Schottland und Nordirland hatten vor einigen Wochen eigene Apps vorgestellt.

Mit fast 42.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Am Mittwoch gaben die Behörden fast 6200 Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt. So viele neue Corona-Fälle waren in Großbritannien zuletzt Anfang Mai registriert worden.

2143 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert 

Erneut liegt die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland über der Schwelle von 2000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Mittwoch bei 0,79 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Vormals dickster Mann der Welt besiegt das Coronavirus

Ein Mexikaner, der früher als der dickste Mann der Welt galt, hat das Coronavirus besiegt. Seine jahrelangen Abmagerungskuren und Leibesübungen wie auch die Operationen zur Verkleinerung seines Magens hätten dazu beigetragen, dass er die Infektion überwinden konnte, sagte der 36-jährige Juan Pedro Franco jetzt der Nachrichtenagentur AFP.    

Franco wog vormals 595 Kilo, weshalb er im Guinness-Buch der Rekorde von 2017 als der schwerste Mann der Welt geführt wurde. Er hat seither auf 208 Kilo abgenommen. Aber seine lange Geschichte von Diabetes, hohem Blutdruck und einer chronischen Lungenerkrankung erschwerten ihm den Kampf gegen die Coronavirus-Infektion. 

2500 Studierende an Schweizer Hotelfachschule in Quarantäne

Rund 2500 Studierende einer renommierten Hotelfachschule in der Schweiz sind unter Corona-Quarantäne gestellt worden. Die Maßnahme betrifft etwa drei Viertel aller Studierenden an der Hotelfachschule Lausanne (EHL), wie die Behörden des Schweizer Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten. Sie müssen in ihren Wohnungen bleiben, die teilweise auf dem Campus liegen. Die Quarantäne gilt bis Montag.     

Nach Angaben des Kantonsarztes Karim Boubaker wurde bei elf Studierenden des Bachelor-Studiengangs eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. Nach Angaben der Behörden sind mutmaßlich eine oder mehrere Partys von Studierenden für den Ausbruch des Erregers verantwortlich.

Wirtschaftsminister Altmaier „vorsorglich“ in häuslicher Quarantäne

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich am Mittwoch freiwillig in Quarantäne begeben. Das teilte Altmaier über Twitter mit. Er habe am Nachmittag erfahren, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet worden sei. "Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", twitterte der Minister. "Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut." 

Die Meldungen vom Mittwoch den 22. September: 

Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Das geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen. 

Neu hinzugekommen sind am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien. Zudem wurden weitere Regionen in Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn als Risikogebiete ausgewiesen. Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete noch im Laufe des Abends eine Reisewarnung ausspricht. 

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Die Einstufung erfolgt in der Regel, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Bei der Reisewarnung kann es bisher auch noch andere Gründe wie Einreisesperren oder fehlende Hygienemaßnahmen geben.

Mehr als 6000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

Mit mehr als 6000 neuen Fällen innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai erreicht. Die zuständige Regierungsbehörde zählte am Mittwoch 6178 neue positiv getestete Fälle. Lediglich an zwei Tagen seit Beginn der Pandemie habe die Zahl in Großbritannien höher gelegen, hieß es. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet – das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.

Das Testsystem in Großbritannien geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zuhause aus zu arbeiten. In Schottland und Nordirland gelten noch schärfere Regeln, dort dürfen sich bis auf wenige Ausnahmen keine verschiedenen Haushalte mehr miteinander treffen.

Putin: Werden bald zweiten Corona-Impfstoff registrieren

Kremlchef Wladimir Putin hat einen weiteren russischen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht gestellt. Das zweite Mittel werde bald in Russland registriert, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge in Moskau vor Vertretern des russischen Oberhauses. Details nannte er nicht. Berichten zufolge wird derzeit ein Impfstoff des staatlichen Vektor-Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie getestet. Demnach befindet sich der Stoff in der klinischen Phase und soll in den nächsten Wochen an Tausenden Freiwilligen angewendet werden.

Im August hatte Putin medienwirksam die Freigabe des ersten Impfstoffes mit dem Namen "Sputnik V" verkündet. Es war das erste Corona-Vakzin, das weltweit für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. Unmittelbar nach der Freigabe gab es international Kritik, weil die Zulassung vor Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Zudem bemängelten Forscher, dass es in der Studie der russischen Experten viele offene Fragen gebe und die Ergebnisse seltsame Muster enthielten. Russland wies die Kritik an dem Impfstoff zurück und betonte, dass viele das russische Vakzin nur zum eigenen Vorteil schlecht machen wollten. "Leider gibt es Neid, Eifersucht und einen skrupellosen Wettbewerb", sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. 

Covid-19

Wettlauf um den Corona-Impfstoff: Warum das russische Roulette keine Abkürzung ist

Corona-Impfstoff: US-Hersteller startet entscheidende Testphase

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. In einer sogenannten Phase III-Studie mit bis zu 60 000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden, wie die deutsche Unternehmens-Tochter Janssen-Cilag am Mittwoch in Neuss mitteilte.

Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die Ergebnisse der bisherigen klinischen Tests seien positiv verlaufen, hieß es. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs "für den Notfallgebrauch" zur Verfügung stehen.

Inzwischen haben mehrere Hersteller die vor der Zulassung nötigen Massentests mit Zehntausenden Probanden gestartet. Darunter sind der britische Hersteller AstraZeneca und das deutsche Unternehmen Biontech. Beide hoffen auf einen erfolgreichen Abschluss der Studien und eine Zulassung noch in diesem Jahr. Die meisten Hersteller gehen davon aus, dass für einen Schutz gegen das Coronavirus zweimal geimpft werden muss. Bislang ist für keinen Impfstoff-Kandidaten nachgewiesen worden, dass er wirklich vor einer Corona-Infektion schützt.

Neue Maßnahmen gegen Corona in Frankreich erwartet

Frankreichs Regierung will neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ankündigen. "Die Situation verschlechtert sich in einigen Gebieten schneller als in anderen und sie verschlechtert sich in einigen Regionen drastisch", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Mancherorts wachse der Druck auf die Krankenhäuser. Weitere Maßnahmen würden daher ergriffen und sollten am Mittwochabend von Gesundheitsminister Olivier Véran bekannt gegeben werden, sagte Attal, ohne weitere Details zu nennen.

Medienberichten zufolge wird erwartet, dass Véran in seiner wöchentlichen Pressekonferenz Einschränkungen für die Hauptstadt Paris ankündigen wird. Zuvor hatten bereits mehrere Städte wie Marseille oder Nizza nach Aufforderung der Regierung die Regeln verschärft. Dazu zählen etwa Einschränkungen beim Alkoholverkauf und eine Begrenzung der Personenzahl bei Treffen in der Öffentlichkeit.

In Paris ist die Corona-Lage angespannt. Innerhalb einer Woche haben sich den zuletzt verfügbaren Daten zufolge rund 180 von 100.000 Menschen in der Hauptstadt mit dem Coronavirus infiziert. In anderen Regionen des Landes ist dieser Wert aber durchaus noch höher. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 31.000 Menschen sind bisher gestorben. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt regelmäßig bei mehr als 10.000.

Virologe Drosten: „Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen“ – besser wappnen

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. "Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern", sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns." 

Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. "Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam." Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. "Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht", erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

Im Moment wisse niemand genau, wie die Pandemie weiter verlaufen wird. Es gebe die Möglichkeit, dass das Ganze nicht mehr so gut zu beherrschen sei und "dass die Wissenschaft beispielsweise mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen einfach zu langsam gewesen ist". Erst am Ende werde klar sein, wie sich die Wissenschaft geschlagen habe. "Denn diese Pandemie ist ja erst mal kein wissenschaftliches Phänomen, es ist eine Naturkatastrophe."

Erste Schadenersatz-Klagen nach Corona-Fällen in Ischgl eingereicht

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es. "Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen", kündigte Kolba an. 

100 Tage Corona-Warn-App: erste Bilanz von Spahn und Braun

Die Corona-Warn-App wurde im Juni als "ganz zentraler Baustein" zur Bekämpfung der Pandemie angekündigt. Nach 100 Tagen im Einsatz haben etwa Bundesgesundheitsminister Jens (CDU) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) im Beisein von SAP und Telekom eine erste Bilanz bei einer Pressekonferenz gezogen.

Demnach verzeichne die Corona-Warn-App bis dato 18 Millionen Downloads. Das sei laut Kanzleramtschef Braun "außerordentlich viel" mit Blick auf die Apps anderer europäischer Länder, die insgesamt auf eine ähnliche Download-Zahl kommen würden. Braun appellierte jedoch: "Damit wir im Herbst gut durch die Pandemie kommen", müssten neben Nutzung der App weiterhin Abstand gehalten und die Hygienereigeln eingehalten werden.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, dass die App die sogenannten Aha-Regeln „ergänzt“. Sie sei "kein Allheilmittel, aber ein wichtiges Werkzeug unter vielen", das die Arbeit im Gesundheitswesen unterstütze. "Die App ist fester Bestandteil des Pandemiealltags in Deutschland geworden", so Spahn. Die App sei "nachgefragt und funktioniert", so der Bundesgesundheitsminister. Bis heute seien rund 1,2 Millionen Corona-Testergebnisse von den angebundenden Laboren über die App an Nutzer übertragen worden.

Warn-App

Die Corona-App sollte helfen, die Pandemie zu stoppen. Tatsächlich bringt sie: nichts

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 275.927 angegeben – ein Plus von 1769 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 277.412 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9409 Todesfälle und damit 13 mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9405 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 245.400.

Die Meldungen vom Dienstag, den 22. September: 

Macron lehnt in der Coronakrise Isolierung von älteren Menschen ab

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie lehnt der französische Staatschef Emmanuel Macron eine Isolierung älterer Menschen ab. "Wir werden das Virus nicht besiegen, indem wir unsere Mitbürger isolieren", sagte der Präsident bei einem kurzfristig angesetzten Besuch eines Altersheims in der zentralfranzösischen Loire-Region in der Nähe von Blois. Der 42-Jährige wies auf soziale und familiäre Bande hin, die für ältere Menschen wichtig seien.

In Frankreich gibt es große Sorge, denn die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt seit Wochen an – die tägliche 10 000er-Marke wurde bereits überschritten. Die Behörden registrierten bereits mehr als 31.000 Tote.

Die französische Regierung setzt nach generellen, streng überwachten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr nun auf regionale Maßnahmen. Generell gilt in Frankreich die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei der Arbeit. In vielen Städten darunter auch Paris – ist die Maske auch unter freiem Himmel Pflicht.

USA überschreiten Marke von 200.000 Corona-Toten

In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität im Laufe des Tages überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Todesfall weltweit, seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt – auch das ist ein internationaler Höchstwert. Kritiker machen US-Präsident Donald Trump für das Ausmaß der Krise in dem Land mitverantwortlich. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch das Virus öffentlich lange kleingeredet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität, die Daten zum Coronavirus weltweit auswertet, ist Brasilien mit mehr als 137.000 Todesfällen das Land mit den zweitmeisten Corona-Toten, gefolgt von Indien mit rund 89.000 Toten und Mexiko mit knapp 74.000 Toten.

Chinas Präsident Xi: Corona-Pandemie nicht politisieren

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Vorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zurückgewiesen. "Alle Versuche, zu politisieren oder zu brandmarken, sollten vermieden werden", sagte der chinesische Präsident in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede für die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York. Vielmehr sollte die Welt solidarisch im Kampf gegen die Pandemie zusammenstehen. "Covid-19 erinnert uns daran, dass wir in einem miteinander verbundenen globalen Dorf mit gemeinsamen Interessen leben." Der chinesische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Pandemie bewältigt werden könne. "Wir werden die Schlacht gewinnen." Er beteuerte, dass China "umfassende Bemühungen unternommen hat, um die Verbreitung des Virus zu stoppen". Xi antwortete damit indirekt auf Vorwürfe, die US-Präsident Donald Trump in einer zuvor gezeigten Videobotschaft geäußert hatte.

EU-Gipfel wird wegen Corona-Fall im Umfeld des Ratspräsidenten verschoben

Wegen eines Corona-Falls im Umfeld von EU-Ratspräsident Charles Michel wird der für diese Woche geplante Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs verschoben. Wie ein EU-Sprecher mitteilte, wurde ein Sicherheitsbeamter Michels positiv auf Corona getestet, weshalb sich der Ratspräsident nach den in Belgien geltenden Bestimmungen in Quarantäne begeben musste. Das Treffen soll demnach nun am 1. und 2. Oktober nachgeholt werden. 

Johnson: Corona-Zahlen wegen „Freiheitsliebe“ der Briten höher als andernorts

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine ungewöhnliche Erklärung für die Unterschiede im Infektionsgeschehen zwischen den europäischen Ländern gefunden: Die Corona-Infektionszahlen seien in Großbritannien höher als in Deutschland oder Italien, da es ein "freiheitsliebendes Land" sei, sagte er im britischen Parlament.

Die Opposition hatte Johnson vorgeworfen, die Zahlen im Königreich seien so hoch, weil – anders als in anderen Ländern – die Kontaktverfolgung und das Testprogramm nicht richtig funktionierten. Johnson wies dies zurück: Es gebe "einen wichtigen Unterschied zwischen unserem Land und vielen anderen Ländern der Welt, nämlich dass unser Land ein freiheitsliebendes Land ist", erklärte er.

In den vergangenen 300 Jahren sei "praktisch jeder Fortschritt, von der Meinungsfreiheit bis hin zur Demokratie", von Großbritannien ausgegangen, fügte der Premier hinzu. "Es ist sehr schwierig, von der britischen Bevölkerung zu verlangen, dass sie einheitlich die Regeln so befolgt, wie es notwendig ist."

Trump kritisiert bei UN-Generaldebatte China wegen Corona-Ausbreitung

Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen China wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus erhoben. "Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China", sagte Trump in seiner Videobotschaft für die UN-Vollversammlung. Die Regierung in Peking habe die weltweite Ausbreitung des "China-Virus" nicht gestoppt. "Die chinesische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation – die praktisch von China kontrolliert wird – haben fälschlicherweise erklärt, dass es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gäbe", sagte der US-Präsident. Er forderte: "Die Vereinten Nationen müssen China für dessen Handlungen zur Rechenschaft ziehen."

Die Rede von US-Präsident Donald Trump im Wortlaut (Vereinte Nationen)

Flugverband IATA will Corona-Tests für internationale Passagiere

Flugpassagiere sollen wieder sorglos international reisen können – dafür fordert der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) Corona-Schnelltests direkt vor dem Abflug für jeden Reisenden. Damit würden Quarantäne-Vorschriften im Zielland überflüssig, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac am Dienstag in Genf. Solche Maßnahmen würgten jede erhoffte Erholung im Luftverkehr ab, warnte er.

Der Verband sei mit Regierungen direkt und in der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bereits im Gespräch. Die IATA-Fluggesellschaften stünden zu 100 Prozent hinter dem Vorschlag.

Die IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests für weniger als zehn Euro pro Test mit Ergebnissen innerhalb von 15 Minuten ab Oktober auf dem Markt sind und mehr als 99 Prozent akkurate Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. Die Tests sollten verpflichtend sein, die Kosten von staatlicher Seite getragen werden. Wer einen Test verweigere, könne nicht einsteigen, sagte de Juniac. Für das Programm seien bei einer Erholung des Betriebs mittelfristig wahrscheinlich vier bis fünf Millionen Tests pro Tag nötig.

Pharmaindustrie hält Preis von fünf bis 15 Euro für Corona-Impfstoff für möglich

Ein künftiger Corona-Impfstoff könnte nach Einschätzung der europäischen Pharmaindustrie zwischen fünf und 15 Euro pro Dosis kosten. "Ich halte diesen Preis für einen Impfstoff für angemessen", sagte Sue Middleton vom Europäischen Pharmaherstellerverband EFPIA bei einer Anhörung im Europaparlament. Genaue Kosten könnten allerdings bisher wegen laufender Entwicklung und der Vertraulichkeit von Lieferverträgen nicht genannt werden.

Middleton ging davon aus, dass im kommenden Jahr größere Mengen Impfstoff tatsächlich zur Verfügung stehen werden. Allerdings seien trotz aller Anstrengungen "Versorgungsengpässe im Jahr 2021 wahrscheinlich", sagte sie. Regierungen müssten deshalb Prioritäten bei der Versorgung festlegen und sich auf die Menschen konzentrieren, "die am stärksten gefährdet sind".

EU baut Reserve an Schutzmasken aus

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic.

Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten in der Corona-Krise viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520.000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic.

Hamm führt nach Corona-Ausbreitung neue Beschränkungen ein 

Angesichts des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im westfälischen Hamm führt die Stadt neue Beschränkungen und für weiterführende Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ein. Im öffentlichen Raum dürften nur noch fünf Personen oder Angehörige zweier Haushalte zusammenkommen, kündigte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) in einer Video-Pressekonferenz an. Dies gelte ab Mittwoch für zunächst zwei Wochen. Am Montag waren bereits Beschränkungen vor allem für private Veranstaltungen beschlossen worden.

Die 182.000 Einwohner-Stadt hat derzeit die höchsten Neuinfektionszahlen bundesweit: Es seien – Stand Dienstag – 87,1 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der CDU-Politiker sprach von einer "Ausnahmesituation". Dennoch hoffe er, die Zahlen bis Mitte nächster Woche wieder unter einen kritischen Wert zu bekommen. Dem OB zufolge war Auslöser der zweiten Corona-Welle im Hamm vor allem eine Großhochzeit.

WHO: Weltweite Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen auf Rekordwert gestiegen

Das Coronavirus breitet sich derzeit weltweit immer schneller aus, betroffen ist von dieser Entwicklung vor allem Europa. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf in der Nacht mit. Damit steckten sich innerhalb von sieben Tagen so viele Menschen mit Corona an wie nie zuvor seit Auftreten des Virus' Ende vergangenen Jahres in China. Im Gegenzug sei die Zahl der Todesfälle rückläufig.

Der WHO-Statistik zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1.998.897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und "die höchst Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie". In Europa nahmen die Neuinfektionen exponentiell um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück.

Die Zahl der zusätzlichen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37.700 in der vergangenen Woche – die Zahl ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück. Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf über 4000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche, erklärte die WHO.

Einwohner Madrids sollen Kontakte und Bewegungsradius aufs Nötigste reduzieren

Angesichts der explodierenden Corona-Neuinfektionen in Madrid hat Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa alle Hauptstadtbewohner zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Jeder müsse seine Kontakte und seinen Bewegungsradius auf ein Minimum beschränken, forderte Illa im Radiosender Cadena Ser. Die Lage sei im ganzen Land besorgniserregend, "in Madrid aber am meisten."

Illas Aufruf richtete sich ausdrücklich an alle Bewohner der spanischen Hauptstadt. Zuvor hatte die konservative Regionalregierung eine Reihe von Stadtteilen für zwei Wochen weitgehend abgeriegelt. Rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden von Madrid sowie in südlichen Vororten dürfen seit Montag ihr Viertel nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder um Kinder zur Schule zu bringen.

Karliczek: Flächendeckende Schulschließung „kommt nicht infrage“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich nach dem Kanzleramtstreffen zur Lage der Schulen in der Corona-Pandemie deutlich gegen erneute flächendeckende Schulschließungen ausgesprochen. Wichtig sei, dass regional das Infektionsgeschehen im Griff behalten werde, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Das sei das Ziel. "Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig."

In mehreren Bundesländern waren seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona-Fällen Schulen wieder vorübergehend geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt worden. Das bayerische Kultusministerium etwa hatte am Montag mitgeteilt, dass sich im Freistaat derzeit mehr als 8800 Schüler und 771 Lehrer in Quarantäne befänden.

Karliczek bezeichnete den Schulgipfel am Montag im Kanzleramt als "wegweisend". Der Bund engagiere sich so stark wie noch nie, sagte sie mit Verweis auf Mittel, die Berlin den Ländern für die Anschaffung von Lehrerlaptops, Leihgeräten für bedürftige Schüler und für die Ausbildung und Einstellung von IT-Administratoren bereitstellt oder noch bereitstellen will. "Ein Programm in dieser Art, von dieser Art der Zusammenarbeit, hat es in der Geschichte der Bildungsrepublik in Deutschland noch nicht gegeben." Die Digitalisierung der Schulen werde nicht über Nacht wirklich werden, aber man wolle Tempo machen. "Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein. Wir müssen besser werden und wir werden besser werden."

Wien lässt Schüler und Lehrer bei Corona-Verdacht gurgeln

Die Stadt Wien will Kinder und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen testen lassen. Kommende Woche sollen 600.000 Testkits mit einer Gurgellösung ausgeliefert werden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ankündigte. Zusätzlich sollen probeweise mobile Teams bereit stehen. Bei Verdacht auf eine Infektion sollen Kinder oder Lehrer noch in der Schule gurgeln. Die Proben sollen anschließend sofort ins Labor.

"Eine Vielzahl der Verdachtsfälle an den Schulen stellt sich als falscher Alarm heraus", sagte Österreichs Bildungsminister Heinz Faßmann. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Bildungsministeriums mit der Stadt. Ob es auf andere Regionen ausgeweitet wird, liegt in der Zuständigkeit die jeweiligen Bundesländer.

Zur schnellen Auswertung der Tests sollen die Kapazitäten der Wiener Forschungslabore genutzt werden, die das Gurgelverfahren mitentwickelt haben. Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend auf Virenerbgut analysiert.

Ökumenischer Kirchentag soll kleiner und kompakter stattfinden

Der für Mai kommenden Jahres geplante Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt am Main soll wegen der Coronakrise kleiner und vom Programm her kompakter stattfinden als ursprünglich geplant. Trotz der Pandemie halten die Veranstalter von evangelischer und katholischer Kirche an dem Treffen aber fest, wie sie mitteilten. Gerade in Krisenzeiten seien Begegnung, Dialog und Gemeinschaft wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Nach dem derzeitigen Stand des Hygienekonzepts soll ein Programm für etwa 30.000 Menschen während des vom 12. bis 16. Mai geplanten ÖKT angeboten werden. Ergänzt werden soll dieses Vorortprogramm um digitale Angebote für Gläubige, die nicht nach Frankfurt am Main kommen können.

Der Ticketverkauf beginnt am 1. Dezember. Die Organisatoren wollen die Teilnehmer von außerhalb anders als sonst bei Kirchentagen nicht in Privatquartieren unterbringen. An der Unterbringung in Schulen werde aber festgehalten, die Konzepte dafür würden gerade mit den Behörden abgestimmt.

Vorerst doch keine Zuschauer bei Sportveranstaltungen in England

Bei Sportereignissen in England sollen vorerst doch keine Zuschauer zugelassen werden. Das kündigte der britische Staatsminister Michael Gove beim Sender BBC an. Pläne, ab Oktober unter anderem bei Fußballspielen wieder Publikum zu erlauben, wurden laut Gove gestoppt. Die Regierung reagiere damit auf den Anstieg der Corona-Infektionen in Großbritannien, sagte der Minister. Die Übertragungsgefahr im Land wird von den Behörden derzeit als "hoch oder exponentiell steigend" eingestuft.

In den vergangenen Wochen waren testweise mehrere große Sportevents vor Live-Publikum ausgetragen worden, darunter das Finale der Snooker-WM in Sheffield, das rund 300 Zuschauer im Crucible-Theater miterleben durften. Auch bei einigen unterklassigen Fußballspielen wurden probeweise bis zu 1000 Menschen ins Stadion gelassen. Bei einem Testspiel zwischen den Premier-League-Clubs Brighton & Hove Albion und Chelsea waren Ende August sogar 2500 Zuschauer dabei.

Spahn lobt Zusammenarbeit der EU-Länder in der Corona-Krise

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht die internationale Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt auf einem guten Wege. "Am Anfang hat es eine Zeit gedauert, bis wir uns sortiert haben, weil für viele der Fokus war, wie ist eigentlich die Situation im eigenen Land", sagte Spahn bei einer Anhörung der deutsch-französischen Parlamentarierversammlung.

"Aber wir haben sehr schnell gemerkt, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Pandemie über die Grenzen ist", fügte Spahn hinzu. Er betonte, die Corona-Krise sei auch für die deutsch-französische Zusammenarbeit eine große Chance. Insbesondere in den Grenzregionen gebe es ein "außergewöhnliches solidarisches Miteinander".

Als Aufgaben für die internationale Zusammenarbeit nannte er auch die gemeinsame Suche nach einem Impfstoff. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass dieser nicht nur Ländern wie Deutschland oder Frankreich zugänglich ist, sondern allen 27 Mitgliedsstaaten der EU.

Spahn sprach sich zudem für eine Stärkung der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC aus. Sie solle auch außerhalb der EU tätig sein können. Die Behörde könne aber "nur so gut sein, wie wir sie sein lasen", fügte der Bundesgesundheitsminister hinzu. Er bekräftigte zudem seine Forderung nach mehr Unabhängigkeit Europas bei der Arzneimittelproduktion, etwa von China. Und der Austausch über freie Intensivbetten sei auch auf europäischer Ebene möglich.

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Die Corona-App sollte helfen, die Pandemie zu stoppen. Tatsächlich bringt sie: nichts

Corona drückt auf Löhne in den unteren Einkommensgruppen

Die Corona-Krise hat vor allem in den unteren Einkommensgruppen auf die Brutto-Entgelte gedrückt. Die Nominallöhne lagen im zweiten Quartal des Jahres 4,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent gestiegen sind, betrug der reale Lohnrückgang sogar 4,7 Prozent. Stärkere Rückgänge hat es seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 noch nie gegeben. 

In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab 

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen "zweifelhafter Verlässlichkeit" und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne auch nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück. 

Großbritannien empfiehlt wieder Arbeit von zu Hause 

Angesichts stark steigender Infektionszahlen empfiehlt die britische Regierung ihren Bürgern im Kampf gegen das Coronavirus wieder die Arbeit im Homeoffice. "Leuten, denen es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, würden wir empfehlen, das zu tun", sagte Staatsminister Michael Gove dem Sender Sky News. "Die Infektionsrate geht nach oben, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus müssen, geht nach oben, und deswegen müssen wir handeln."

Der konservative Premierminister Boris Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an seine Landsleute wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und sie an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In Schottland wird eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erwartet.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen Experten.

1821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)  vom Dienstagmorgen mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 22.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 1,06 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Covid-19

Die wichtigsten Corona-Daten: Obergrenze, R-Wert, Infizierte

Corona-Auflage: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants 

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Corona-News von Montag, 21. September

13 Fälle nach Corona-Ausbruch in Hamburger Bar

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel ist die Anzahl der hinzugekommenen Erkrankungen nach Angaben der Gesundheitsbehörde überschaubar. Insgesamt gehen nun 13 bestätigte Covid-19-Fälle auf den Ausbruch in der Bar "Katze" zurück, darunter auch die bereits vermeldeten vier Servicekräfte, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Etwa 600 Menschen werden von den Gesundheitsämtern zum Kreis der potenziell betroffenen Kontaktpersonen gezählt, rund 400 von ihnen stammen aus Hamburg. Die meisten Besucher konnten die Gesundheitsämter mittlerweile erreichen, rund hundert hatten falsche Kontaktdaten angegeben.

Viele gaben falsche Daten an

Hunderte Kontaktpersonen – Corona-Ausbruch in Hamburger Szenebar "Katze"

Corona-Kennzahl steigt in Hamm deutlich über kritischen Wert

In Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 70,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU)in einer Video-Pressekonferenz mit. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 86 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm.

Regierungsstudie zeigt vor Corona Zweifel am Zusammenhalt

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland den Zusammenhalt in der Gesellschaft als schwach eingeschätzt. Das teilte das Bundesforschungsministerium unter Berufung auf eine von ihm in Auftrag gegebene Studie in Berlin mit. Mögliche Veränderungen bei den Einstellungen unter anderem durch die Pandemie soll laut Ministerium eine Aktualisierung der Studie im Frühjahr 2021 zeigen. 23 Prozent sahen den Zusammenhalt im vergangenen Jahr als stark und nur 4 Prozent als stärker als zuvor an.

47 Prozent der Menschen waren laut der Studie 2019 der Meinung, dass die meisten gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre negativ waren. Gleichzeitig sagten aber 52 Prozent, im eigenen Umfeld hätten die positiven Entwicklungen überwogen. 69 Prozent wünschten sich weniger Egoismus in der Gesellschaft in Zukunft, 68 Prozent eine Verringerung des Unterschieds zwischen arm und reich und 67 Prozent mehr Solidarität und Zusammenhalt. 

Nationalspieler Ilkay Gündogan positiv auf Corona getestet 

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan von Manchester City ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der englische Vizemeister mit. Der 29-Jährige befolgt nach Angaben des Vereins nun die Corona-Richtlinien der Premier League und der britischen Regierung und befindet sich in einer zehntägigen Selbstisolation. "Jeder im Club wünscht Ilkay eine schnelle Genesung", hieß es in der Mitteilung. Weitere Angaben machte der Verein von Trainer Pep Guardiola nicht. Gündogan fehlte City damit auch am Montagabend im Gastspiel bei den Wolverhampton Wanderers.

Strengere Corona-Regeln in München: Private Kontakte werden eingeschränkt 

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, hat drei weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus angekündigt, die ab kommenden Donnerstag gelten sollen, wie er bei einer Pressekonferenz in München sagte.

Am Mittwoch werde eine entsprechende Allgemeinverfügung verabschiedet, die ab Donnerstag in Kraft treten solle. Demnach müssten die persönlichen Kontakte "drastisch" eingeschränkt werden, erklärte Reiter mit Blick auf das Infektionsgeschehen in der bayerischen Landeshauptstadt. Ab Donnerstag sollen demnach nur noch fünf Personen – etwa Bekannte oder Freunde – im privaten Bereich, der Gastronomie und im öffentlichen Raum – zusammenkommen dürfen. Erlaubt seien auch Treffen zweier Haushalte oder von Verwandten "in direkter Linie", so Reiter.

Bei anlassbezogenen Feiern – etwa Hochzeiten, Geburtstagen und Beerdigungen – sollen nur noch 25 (Indoor) oder 50 (Outdoor) Personen zusammenkommen können. Diese Regelung gelte noch nicht für Veranstaltungen, dort sollen die aktuell geltenden Regeln unverändert bleiben.

Darüber hinaus werde eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen, darunter die Innenstadt und der Marienplatz. Das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen soll verlängert werden. Die Geltungsdauer der Regeln gelte sieben Tage.

Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein wichtiger Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden.

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Die wichtigsten Corona-Daten: Obergrenze, R-Wert, Infizierte

Neuer zweiwöchiger Lockdown in Teilen Madrids in Kraft getreten

In Teilen der spanischen Hauptstadt Madrid sind neue strenge Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Die Maßnahmen gelten für zwei Wochen und betreffen rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden der Stadt sowie in südlichen Vororten. Die Einwohner dürfen die Bezirke nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt und um Kinder zur Schule zu bringen.    

Die Behörden haben die Menschen in den betroffenen Stadtteilen darum gebeten, die meiste Zeit zu Hause zu bleiben. Parks wurden geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen zwar geöffnet bleiben, müssen die Zahl der Kunden und Gäste aber halbieren. Die Obergrenze für Treffen wurde in der gesamten Region von zehn auf sechs Menschen gesenkt.    

Da die Maßnahmen vor allem dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel betreffen, war es am Sonntag in einigen der betroffenen Bezirke zu heftigen Protesten gekommen. Die Menschen hielten Plakate hoch, auf denen zu lesen war: "Nein zu einer Ausgangssperre nach sozialen Klassen" und "Sie zerstören unsere Viertel und jetzt sperren sie uns ein". Einige der nun abgeriegelten Bezirke im Süden der Metropole hatten zuletzt mehr als 1000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet – das ist etwa das Fünffache des landesweiten Durchschnitts.

Drosten: Eher gezielte Einschränkungen als Lockdown-Neuauflage

Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten künftig nicht zwangsläufig mit einer Neuauflage des Lockdowns vom Frühjahr zu rechnen. "Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß", sagte der Charité-Professor der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er glaube, dass in Zukunft eher bestimmte Sparten des Alltags- und Berufslebens von Einschränkungen betroffen sein könnten. Damit verbunden sei aber auch die Frage nach Kompensation, wenn es wirtschaftliche Auswirkungen gebe.

Zum verbesserten Wissensstand im Vergleich zu Februar und März erklärte Drosten, es gebe bestimmte Situationen, bei denen inzwischen klar sei, dass dabei nur einzelne Fälle entstünden, aber "eigentlich wenig neu hochkocht". Drosten nannte etwa "Eins-zu-eins-Situationen" im Berufsleben, in denen sich zum Beispiel nur zwei Menschen gegenübersitzen. Das könne man weiterdenken für kleine Gruppen. "Und insofern werden wir, glaube ich, nicht wieder so schnell so einen Lockdown haben", bilanzierte der Virologe. Einen solchen Schritt gehe man nur, "weil man nicht die Orientierung hat in den Maßnahmen". Das sei nun anders.

Söder schlägt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München vor

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Bayern plädiert Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München. "Ich bin sehr dafür, dass wir auch auf öffentlichen Plätzen, wo kein Abstand halten möglich oder gewollt ist, eine Maskenpflicht einführen", sagte Söder im Bayerischen Rundfunk. Dann könnten auch die Ordnungskräfte entsprechend eingreifen. Söders Forderungen bezog sich zunächst auf die bayerische Landeshauptstadt. Vor dem Hintergrund der Wiesnpartys am Wochenende in München werde die Staatsregierung mit der Stadt über entsprechende Maßnahmen beraten, kündigte er an.    

Seine Sorge angesichts der hohen Infektionszahlen in Städten wie München oder Würzburg gelte nicht in erster Linie den professionell organisierten Veranstaltungen, sondern den privaten Zusammenkünften, sagte der CSU-Chef weiter. "Wenn die Vernunft nichts hilft, dann muss gesteuert werden", sagte er. "Freude und Vernunft sollten besser zusammenkommen." Ein zweiter Lockdown müsse verhindert werden, mahnte Söder.

Hohe Corona-Zahlen in NRW-Städten – Hamm kurz vor kritischer Marke

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen wollen die Behörden beraten, ob wegen gestiegener Infektionszahlen wieder striktere Corona-Maßnahmen eingeführt werden. Hamm steht mit 46,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen kurz vor der wichtigen Marke von 50. Die Stadt in Westfalen stand NRW-weit an der Spitze der Liste der sogenannten 7-Tage-Inzidenz und überholte mit einem Anstieg von fast vier Punkten zum Vortag Gelsenkirchen.

Auch in anderen Städten liegt der entsprechende Wert weiter über der Zahl 35, ab der bereits erste Maßnahmen ziehen: Gelsenkirchen lag – zum Vortag unverändert – bei 44,1. Remscheid bei 37,8, wobei der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) am Vortag noch bei 36,9 lag. Für Köln betrug der Wert am Montag 33,2 (Vortag: 34,2). Der Oberbergische Kreis stagnierte bei 33,0. Heute wollen die Behörden entscheiden, ob in Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. In Köln solle am Dienstag der Krisenstab zusammentreten, teilte ein Sprecher mit.

Spahn: Bei regional steigenden Infektionszahlen keine Fans im Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung, die Bundesliga-Auftaktpartie in München ohne Zuschauer auszutragen, gelobt und ähnliche kurzfristige Schritte auch künftig nicht ausgeschlossen. "So bitter das für den einzelnen und die Stimmung beim Fußball sein mag: Wenn regional die Infektionszahlen steigen, sollten keine Fans ins Stadion. Die Stadt München hat das genau richtig gemacht", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend entgegen der ursprünglichen Planung doch keine Fans zugelassen. Zunächst sollten 7500 Fans im Stadion erlaubt sein. Die Entscheidung, dass das Risiko zu groß ist, fiel erst am Donnerstag. "Entscheidend sind gute Konzepte, die dann auch konsequent angewandt werden", sagte Spahn.

RKI: 922 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen mit 272.337 angegeben – ein Plus von 922 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 273.965 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte weiterhin 9386 Todesfälle. Die JHU zählte unverändert 9390 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 242.200.

Spahn strebt flächendeckende Einrichtung von „Fieberambulanzen“ an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt zur Vorbereitung auf einen möglichen weiteren deutlichen Anstieg der Coronavirus-Infektionsraten im Herbst die Einrichtung von zahlreichen sogenannten Fieberambulanzen an. Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche zentralen Anlaufstellen für Patienten mit Atemwegssymptomen anbieten, sagte Spahn der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Diese Ambulanzen sollten im Herbst "idealerweise flächendeckend zugänglich sein".

Warn-App

Die Corona-App sollte helfen, die Pandemie zu stoppen. Tatsächlich bringt sie: nichts

Der Gesundheitsminister kündigte ferner an, dass er bis Mitte Oktober in Abstimmung mit den Bundesländern die Strategie für die Corona-Tests fortentwickelt haben will. Die Neuaufstellung der Teststrategie sei bereits im Gange, auch seien die Testkapazitäten enorm hochgefahren worden. Allein in den vergangenen vier Wochen sei etwa ein Drittel aller Tests in Deutschland seit Beginn der Pandemie gemacht worden.

Argentinien verlängert Corona-Maßnahmen bis Mitte Oktober

Die vor sechs Monaten wegen der Corona-Pandemie in Argentinien verhängten Ausgangsbeschränkungen sind verlängert worden. Sie gelten nun bis zum 11. Oktober, wie aus einem Dekret der Regierung des südamerikanischen Landes vom Sonntag hervorgeht. Im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires sowie in anderen besonders betroffenen Gegenden dürfen die Menschen nur für bestimmte Zwecke ihr Zuhause verlassen.

Argentinien hatte am 20. März strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Dadurch gelang es zunächst, die Verbreitung des Virus zu bremsen – deutlich besser als etwa im Nachbarland Brasilien. Zuletzt ließ die Disziplin der Bevölkerung allerdings nach. Es gab auch Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen. Inzwischen ist Argentinien mit mehr als 630.000 bestätigten Infektionen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität das Land mit den zehntmeisten Coronavirus-Fällen weltweit.

Stimmen für Öffnung von Weihnachtsmärkten mehren sich

Nach dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) haben auch andere Länderchefs trotz der derzeit steigenden Coronavirus-Infektionsraten die Öffnung von Weihnachtsmärkten in Aussicht gestellt. Es werde eine "abgespeckte Version" geben, die wie eine Aneinanderreihung von Wochenmärkten gestaltet sei, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Zeitung "Die Welt". Bei den Menschen gebe es ein "seelisches Bedürfnis nach dieser Normalität".

Allerdings sei nicht vorstellbar, dass es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt wie bisher in Erfurt mit zwei Millionen Gästen gebe, betonte Ramelow. Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hält ein Abhalten der Weihnachtsmärkte für möglich, doch denkt er wie Söder über Einschränkungen beim Alkoholkonsum nach.

Weihnachtsmärkte in althergebrachter Tradition "mit dichtem Gedränge, engen Hütten und viel Alkohol" könne er sich derzeit nicht vorstellen, sagte Hans der "Welt". Doch mit "sorgfältig ausgearbeiteten, gründlich durchdachten Hygieneplänen und Abstandskonzepten" könnten die Märkte durchaus zugelassen werden. Da sie im Freien stattfinden, sei das Infektionsrisiko gering.

Prinz Charles: Klima-Krise wird Corona-Pandemie in den Schatten stellen

Prinz Charles sieht in der Erderwärmung eine weitaus größere Gefahr als in der gegenwärtigen Corona-Pandemie. Obwohl dies vielfach geleugnet werde, verschlimmere sich die Klima-Krise bereits "seit zu vielen Jahren", sagte der britische Thronfolger am Sonntag in einer Botschaft, die bei der Eröffnung der Klimawoche am Montag in New York vorgespielt werden soll.     

Der Klimawandel entwickele sich derzeit "schnell zu einer umfassenden Katastrophe, welche die Folgen der Coronavirus-Pandemie in den Schatten stellen wird", fügte der 71-Jährige hinzu. "Ohne schnelles und sofortiges Handel in beispiellosem Tempo und Ausmaß werden wir den Zeitraum der Gelegenheit verpassen," eine bessere Zukunft zu gestalten. Prinz Charles setzt sich schon seit vielen Jahren für Umweltbelange ein. Allerdings ernteten andere Mitglieder der britischen Königsfamilie Kritik wegen klimaschädlichen Verhaltens wie etwa Flügen in Privatjets.

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