Promenadologie: Wie Spaziergänge unsere Wahrnehmung verändern können

Promenadologie: Wie Spaziergänge unsere Wahrnehmung verändern können

Manche Leute versuchen, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Andere haben Spazierengehen während der Corona-Pandemie als liebste Freizeitbeschäftigung entdeckt – wenn vielleicht auch notgedrungen. Und natürlich gibt es auch Spaziergangsmuffel, die zu Fuß höchstens von A nach B hetzen, um die U-Bahn zu erwischen und einzukaufen. Oder sie nehmen gleich das Auto.

»Es gibt Menschen, die leben in einem Haus in einer Straße, aber wissen nicht, was in hundert Meter Entfernung ist«, sagt Martin Schmitz im Podcast »Smarter leben«. An der Kunsthochschule Kassel vermittelt er Aspekte der promenadologischen Forschung und erklärt Studierenden, warum Spazierengehen Einfluss darauf hat, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und sie gestalten.

Spaziergangswissenschaftler Martin Schmitz: „Am Anfang wurde sich schon lustig gemacht über uns.“

»Das Gehen ist ja die einfachste Form, sich einen Raum zu erschließen. Um eine Aussage über diesen Raum treffen zu können, müssen wir uns in ihm bewegen«, sagt Schmitz. Auch das Tempo ist entscheidend, denn die Wahrnehmung beim Gehen beruhe auf einem kinomatografischen Effekt. »Je schneller wir uns bewegen, desto größer werden die Abstände. Und desto größer werden die Szenen. Dadurch wird natürlich die Beschreibung einer Landschaft abstrakter.«

Dazu kommt, dass unsere Wahrnehmung von Landschaften und Städten immer vorgeprägt ist: durch Werbeplakate, Urlaubsfotos, Filme oder auch bisherige Erfahrungen. »Wir sehen natürlich nur das, was wir gelernt haben zu sehen. Die Bilder und die Wege, die man auf einem Spaziergang macht – da muss man sich dann eben fragen: Wie kommt das zustande? Was passiert da? Je genauer ich hinschaue in Gegenden, die ich eventuell auch hässlich finde, und je intensiver ich Zusammenhänge erkenne, desto eher kann ich dann natürlich auch eingreifen.«

Weshalb Spazierengehen Schönheit schafft, die Stadtplanung beeinflussen kann und auch als politische Protestform taugt, erklärt Martin Schmitz im Ideen-Podcast  »Smarter leben«.

Neugierig geworden? Dann scrollen Sie einfach nach oben zum Artikelanfang und klicken auf Play um die neue Podcast-Episode jetzt zu hören. 

Weitere Episoden von »Smarter leben«

Wandern: Was Christine Thürmer über Rucksäcke, Snacks und Schuhe weiß

Freundschaft: Was gute Freunde auszeichnet – und wie wir sie finden

Komplexe: Wie sie unsere Gefühlswelt durcheinanderbringen

Rente mit 40: Mit weniger Geld zum glücklicheren Leben

Sie können „Smarter leben“ in allen Podcast-Apps kostenlos hören und abonnieren. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu ihrer Lieblings-App:

  • Spotify

  • Apple Podcasts•

  • Amazon Music 

  • Google Podcasts

  • Deezer

  • Castbox

  • Overcast

Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach „Smarter leben“. Den Link zum RSS-Feed finden Sie hier.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen