Was die Dänen können, müssen wir auch können: Kassenärzte-Chef fordert Freedom Day in Deutschland

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Am Dienstagmorgen meldet das RKI 4971 Corona-Neuinfektionen, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 65,8. Währenddessen hat sich der Anteil an Geimpften auf Intensivstationen erhöht. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 12. Oktober

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Britische Gesundheitsbehörde ermutigt Schwangere, sich im gegen Corona impfen zu lassen

08.46 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) ruft Schwangere dazu auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Einrichtung hervor.

Demnach sind rund 20 Prozent der schwerkranken Corona-Patienten werdende Mütter. "Von allen Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren, die via ECMO beatmet werden müssen, machen Schwangere fast ein Drittel aus (32 Prozent)", heißt es im Bericht der NHS weiter. Sven Hoppe/dpa Die Impfquote in Deutschland könnte um einiges höher liegen, glaubt das RKI.

Auch Betroffene kommen darin zu Wort, beispielsweise die 33-jährige Claire. Die werdende Mutter infizierte sich mit dem Coronavirus und musste knapp einen Monat im Krankenhaus behandelt werden.

"Ich verstehe komplett, dass man zögert, sich impfen zu lassen, wenn ein Kind in einem heranwächst, und nachdem ich vor der Pandemie zwei Fehlgeburten hatte, ging meine Angst, schwanger zu sein, in Kombination mit der Sorge vor Corona durch die Decke", sagte sie der NHS.

Nach dem, was geschehen sei, überwiege der Nutzen der Anti-Covid-Spritze aber eindeutig ihre Zweifel daran. Auch Ärzte, die mit der Behörde sprachen, ermutigen Schwangere, sich immunisieren zu lassen.

"Wir rufen alle Schwangeren dringend dazu auf, sich für eine Impfung anzumelden. Es gibt belastbare Beweise dafür, dass der Impfstoff der effektivste Weg ist, Mutter und Kind vor einer potenziell schweren Erkrankung an Covid-19 zu schützen", sagte Edward Morris, Präsident des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, der NHS.

Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen hat sich erhöht

08.29 Uhr: Einem Medienbericht zufolge ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben) berichteten, waren von den 1186 Corona-Patienten, die in Deutschland Mitte August bis Anfang September "intensivmedizinisch versorgt" werden mussten, 119 gegen das Virus geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund zehn Prozent. Im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September liegt der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen bei 1,84 Prozent (210 von 11419 Fällen). Sebastian Gollnow/dpa Eine neue Studie zeigt, dass eine Impfung das Risiko einer schweren Erkrankung um 90 Prozent senkt.

Die Zeitungen berufen sich dabei auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Die Daten stammen vom Robert-Koch-Institut (RKI). Wie die Funke-Zeitungen weiter berichteten, hängt der gestiegene Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen nach Angaben von Behörden und Fachleuten vor allem mit der stark gestiegenen Zahl der Geimpften insgesamt zusammen. 

Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 65 Prozent der Bevölkerung doppelt gegen das Virus geimpft. Das RKI erklärte dem Bericht zufolge: "Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen."

Das Gesundheitsministerium hob laut Funke-Zeitungen die Schutzwirkung der Impfung vor einer schweren Erkrankung an Corona hervor. "Fakt ist, dass Impfungen schützen und ein fehlender Impfschutz der Hauptgrund ist, warum Personen mit einer Covid-19-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden müssen", teilte das Ministerium demnach mit. 

Auch der Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx, sagte den Funke-Zeitungen: "Die Patientinnen und Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen sind in fast allen Fällen ungeimpft." Die Impfdurchbrüche mit schweren Verläufen dagegen seien noch immer im einstelligen Prozentbereich. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren "Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind". 

Der Intensivmediziner sagte demnach weiter: "Leider sehen wir auch immer mehr Menschen unter 60 mit schweren oder tödlichen Verläufen, die nicht geimpft sind". Es gelte: "Die Corona-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor schweren Erkrankungen."

RKI meldet 4971 Neuinfektionen und 88 Todesfälle – Inzidenz bei 65,8

Dienstag, 12. Oktober, 06.26 Uhr: Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 65,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 66,5 gelegen, vor einer Woche bei 63,6 (Vormonat: 80,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4971 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4799 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 88 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 90 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.318.355 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Montag mit 1,58 (Freitag: 1,67) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.106.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.297.

Gesundheitsminister geben grünes Licht für Testpflicht von Beschäftigen mit direktem Kundenkontakt

16.42 Uhr: Bund und Länder konnten sich nicht auf ein einheitliches Vorgehen für das Erlassen einer Corona-Testpflicht für Mitarbeiter in Unternehmen mit Publikumsverkehr einigen. Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss am Montag in ihrer Schaltkonferenz lediglich, dass Paragraf 28 im Infektionsschutzgesetz als Rechtsgrundlage dafür geeignet sei. "Auf dieser Rechtsgrundlage kann eine Testvorlagepflicht für die Beschäftigten mit direktem Kundenkontakt durch das Landesrecht erlassen werden", heißt es im einstimmig gefassten Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im ursprünglichen Entwurf hatte es noch geheißen: "Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Besucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch für Beschäftigte gelten soll." Der von Baden-Württemberg vorgelegte Textentwurf war aber kurz vor Beginn der Konferenz nach dpa-Informationen zurückgezogen worden.

Mit einem "grundsätzlich einheitlichen Vorgehen" im ganzen Bundesgebiet sollte eine Diskrepanz der Testvorschriften für die Beschäftigten bei beruflichen Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt möglichst vermieden werden, hieß es im Ursprungsentwurf. Dazu sollten alle Länder, die diesbezüglich noch keine Regelungen erlassen haben, diese zeitnah in ihren Corona-Verordnungen umsetzen. Eine solche Aussage findet sich im Beschluss nicht wieder – dem Vernehmen nach betonten aber in der Konferenz einige Länder, entsprechende Pläne umsetzen zu wollen, andere betonten, bereits entsprechende Regelungen umgesetzt zu haben.

In den Corona-Verordnungen der Länder gibt es in der Tat bisher unterschiedlich konkrete Regelungen zur Testpflicht für Mitarbeiter in Unternehmen. In Berlin sind etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "mit körperlichem Kontakt zu Kundinnen und Kunden oder sonstigen Dritten" und Beschäftigte, "die als Funktionspersonal mit Publikumskontakt auf Veranstaltungen tätig sind", zu Tests verpflichtet, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind.

In Baden-Württemberg müssen Mitarbeiter, die "direkten Kontakt zu externen Personen" haben, sich testen lassen, wenn sich die Corona-Lage verschärft und bestimmte Behandlungszahlen in den Kliniken überschritten werden. In Sachsen ist die Testpflicht von Beschäftigten an einen Inzidenzwert von 35 gekoppelt. Wird er überschritten, "sind Beschäftigte und Selbstständige mit direktem Kundenkontakt verpflichtet, zweimal wöchentlich einen Testnachweis zu führen". Auch in Bayern gibt es bereits in einigen Berufsfeldern, etwa bei Erziehern entsprechende Vorschriften.

US-Pharmakonzern reicht Zulassungsantrag für die ersten Corona-Tabletten ein

16.01 Uhr: Der US-Pharmakonzern Merck & Co. und sein Partner Ridgeback wollen ihr Corona-Medikament in den USA mit einer Notfallzulassung schnell zum Einsatz bringen. Die Unternehmen hätten einen entsprechenden Antrag für ihr Medikament Molnupiravir bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eingereicht, teilten sie am Montag in Kenilworth und Miami mit. Damit könnten die Tabletten zur ersten oral verabreichten Arznei zur Behandlung von Covid-19 werden.

Das Medikament soll bei Erwachsenen mit einer leichten bis mittelschweren Covid-19-Erkrankung zum Einsatz kommen, denen schwere Symptome oder auch ein Krankenhausaufenthalt drohen. Die Arznei soll das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes der Patienten um etwa die Hälfte senken. Merck hatte Studiendaten zu dem Medikament Anfang Oktober vorgelegt, woraufhin der Aktienkurs stark gestiegen war. Die Kurse von Herstellern von Corona-Impfstoffen waren im Gegenzug unter Druck geraten.

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