Stiko-Chef rechnet fest mit digitalem Impfpass – CSU bringt Kombi-Lösung ins Spiel

Stiko-Chef rechnet fest mit digitalem Impfpass – CSU bringt Kombi-Lösung ins Spiel

Seit Sonntag fühlt sich das Leben in Israel wieder ein wenig normaler an: Fitness-Studios, Kultureinrichtungen und Schwimmbäder dürfen unter anderem wieder besucht werden – allerdings nicht von jedem. Die Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen gelten nur für Besitzer eines Grünen Passes für Geimpfte und Genesene, respektive für denjenigen, der sich einen solchen Online-Impfausweis hat ausstellen lassen.

Wäre das auch in Deutschland denkbar?

Thomas Mertens hält das Szenario eines digitalen Impfpasses sogar für unvermeidbar. "International ist das ja schon vielfach eingeführt, ist damit bei uns gar nicht zu verhindern", sagte der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Bundes zur "Bild"-Zeitung. Zumindest im privatrechtlichen Bereich – Mertens nennt hier "Kinos, Theater, Restaurants und auf Fluglinien" – könne er sich einen solchen Nachweis "sicher vorstellen". "In der Lebensvorsorge, in Kliniken oder Heimen, kommt das nicht infrage", so der Stiko-Chef weiter. Wichtig sei, dass zunächst das Impfangebot ausreiche, um niemanden zu beteiligen. Auch der Ethikrat habe Impfnachweise im privaten Sektor zumindest nicht ausgeschlossen, so der Virologe.

Corona in Deutschland


Die Milchmädchenrechnung der Politik – warum die 35er-Inzidenz ein Trugschluss ist

CSU: Mit Kombination aus Impfen und Testen zurück zur Normalität

Generell will die Bundesregierung im Zuge der Corona-Impfungen die Voraussetzungen für einen digitalen Impfnachweis schaffen. Deutschland unterstütze die beim EU-Gipfel im Januar besprochene europäische Lösung, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag nach einer Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts in Berlin. Die Mitgliedsstaaten hatten damals Leitlinien für einen Impfnachweis besprochen, der zunächst ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet werden soll. Auf einen späteren Zeitpunkt verschoben die Mitgliedstaaten die schon damals in der Öffentlichkeit geführte Diskussion darüber, ob ein solcher Impfnachweis auch im Alltag Anwendung finden sollte, etwa um Zutritt in Restaurants zu bekommen oder reisen zu können.

Unterdessen denkt die CSU im Bundestag laut über eine Kombi-Lösung nach. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt schlägt stellvertretend vor: Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind oder sich regelmäßig darauf testen lassen, sollten künftig wieder ein freieres Leben führen können. "Impfen, Testen und Therapieren führt zur Normalität", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. "Wir können in unserer Gesellschaft nicht darauf warten, bis alle geimpft sind, um dann wieder Normalität herzustellen."

Neues Konzept vorgelegt


"Wir können jeden Tag starten" – Kulturszene bereit für Zuschauer

Deshalb müsse man sich auch über die Einführung eines Impfpasses unterhalten, so der CSU-Politiker weiter. Der Nachweis, geimpft oder zeitnah negativ auf das Virus getestet worden zu sein, sollte am besten digital zu führen sein. Dobrindt ging davon aus, dass im Sommer viele Regionen in der Welt Impf- oder Testnachweise für Urlauber verlangen werden. Es gehe aber auch darum, wieder in Geschäfte oder zu Kultur- und Sportveranstaltungen gehen zu können. "Ich werbe dafür, dass wir Normalität für diejenigen ermöglichen, die bereits geimpft sind", sagte Dobrindt. Parallel dazu müsse es eine Teststrategie geben, die allen Nicht-Geimpften durch Tests die Normalität wieder eröffne. "Dies ist eine Kombination, die am Schluss jedem den Übergang zur Normalität ermöglicht."

Quelle: Den ganzen Artikel lesen