Nächste Runde im Impf-Fiasko: Trotz massig Lieferungen wird nicht genug geimpft

Nächste Runde im Impf-Fiasko: Trotz massig Lieferungen wird nicht genug geimpft

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 22. Februar 2021

  • Wer zuerst, wer zuletzt? Mit dieser Impfstrategie will Deutschland Corona besiegen
  • Die große Bundesländer-Übersicht: Hier stehen die neuen Corona-Impfzentren

Frühere Impfungen für Grundschullehrer und Kita-Personal kommen

18.53 Uhr: Zum Schutz vor Corona-Infektionen sollen sich Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas früher impfen lassen können als bisher geplant. Das teilte der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), am Montag nach Beratungen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Diese Beschäftigten sollten von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden, soweit nötiger Impfstoff in den Ländern da sei.

Spahn hat dazu einen Entwurf für eine Änderung der Impfverordnung in die Abstimmung gegeben, die voraussichtlich an diesem Mittwoch in Kraft treten soll. Die höhere Priorisierung solle eine zügige und sichere Umsetzung von Öffnungsstrategien der Länder bei Kitas und Grundschulen ermöglichen, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Denn dabei werde es zu vielen, oft auch engen Kontakten kommen, zumal sich bei kleineren Kindern nicht alle Schutzmaßnahmen gut umsetzen ließen. Holetschek sagte: "Wir müssen Berufsgruppen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko schützen."

Spahn und mehrere Länder hatten sich schon für ein Vorziehen in der Reihenfolge der Impfungen ausgesprochen, die gerade in der ersten Prioritätsgruppe laufen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten zuvor um eine Prüfung gebeten. Von den Gesundheitsministern wurde noch ergänzt, auch Förderschulen einzubeziehen. Die Bundesländer hätten sich ohne Gegenstimmen für diese neue Regelung ausgesprochen, erläuterte Holetschek.

Internes Papier: Selbst, wenn genug Dosen verfügbar sind, kann nicht genug geimpft werden

18.04 Uhr: Nach wochenlangem Impfstoff-Mangel erhöht sich die Zahl der gelieferten Dosen in Deutschland inzwischen deutlich. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ droht nun ein neues Problem. Derzeit werden deutlich mehr Dosen geliefert als verimpft wird.

Wie groß der Flaschenhals beim Impfen ist, zeigt ein Dokument, das „Business Insider“ vorliegt. In dem vertraulichen Papier vom 22. Februar 2021 mit der Kennzeichnung "VS – nur für den Dienstgebrauch" zeigt sich: Deutschland sollen in dieser Woche mehr als 2,3 Millionen Dosen geliefert werden. In dem Dokument sind die Lieferungen je nach Hersteller detailliert aufgelistet: 1.080.000 Dosen kommen von AstraZeneca, 924.300 von Biontech/Pfizer und 343.200 von Moderna. Impfstoff, der aber nicht bei den Menschen ankommt.

Das aktuelle Impftempo hinkt deutlich hinter der Zahl der gelieferten Dosen hinterher. Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts wurden in der vergangenen Woche 887.639 Dosen verabreicht. In der Woche zuvor waren es 851.000. Wenn es nun in dem Tempo weitergeht, bleibt viel liegen – selbst wenn man annimmt, dass eine zweite Dosis zurückgehalten wird. Große Chancen, den Rückstau abzuarbeiten, gibt es kaum, denn laut dem vertraulichen Papier werden in der kommenden Woche 1,6 Millionen Dosen erwartet und in der darauf weitere 2,2 Millionen.

14.20 Uhr: Wegen der vorgezogenen Corona-Impfung für Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat die Polizei am Montag mehrere Diensträume der Stadtverwaltung durchsucht. Gegenstand seien die Ermittlungen in einem Verfahren gegen Wiegand wegen des Verdachts der «veruntreuenden Unterschlagung" des Corona-Impfstoffs, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er sei verdächtig, "unter Missachtung der in der Corona-Virus-Impfverordnung des Bundesministers für Gesundheit geregelten Impfreihenfolge" dafür gesorgt zu haben, dass er selbst geimpft wurde.

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"Kein Grund mehr, Grundrechte einzuschränken": Lambrecht fordert mehr Freiheiten für Geimpfte

13.20 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich im Gespräch mit "ntv" dafür ausgesprochen, Menschen nach einer Corona-Impfung wieder deutlich mehr Rechte einzuräumen. In der TV-Sendung "ntv Frühstart" sagte sie: ""Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Hoteliers oder Gastronomen sagen, für Geimpfte ist der Zugang möglich." Dennoch gab sie zu Bedenken, dass die Datenlage aktuell noch nicht ausreiche, um zu beurteilen, wie infektiös Geimpfte seien. dpa/Michael Kappeler/dpa Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

"Wenn wir wissen, dass die Impfung tatsächlich dazu führt, dass man nicht mehr infektiös ist, andere nicht anstecken kann und sich selbst auch nicht, dann gibt es auch keinen Grund mehr, die Grundrechte einzuschränken", zitiert "ntv" die Bundesjustizministerin. Derzeit warte man aber noch auf belastbare Daten aus der Wissenschaft. Lamprecht betonte außerdem, dass nicht ausschließlich Geimpfte mehr Freiheiten haben sollen. Auch Personen, die einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen könnten, solle der Zugang zu Restaurants oder Hotels möglich sein.

"Es sieht gut aus": London will Daten zur Impf-Wirksamkeit vorstellen

09.49 Uhr: Die britische Regierung will noch an diesem Montag Daten über die Wirksamkeit ihrer Impfkampagne präsentieren. Mit Spannung werden vor allem Daten zum Astrazeneca-Impfstoff erwartet. "Es sieht gut aus", sagte der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi dem britischen Nachrichtensender Sky News. Das Impfprogramm beginne, Früchte zu tragen.

Details werde Premierminister Boris Johnson am Nachmittag vorlegen, wenn er seinen Fahrplan für die schrittweise Aufhebung des Lockdowns in England im Parlament vorstelle, sagte Zahawi. Gesundheit ist im Vereinigten Königreich Sache der einzelnen Landesteile. In Schottland, Wales und Nordirland bestimmen die jeweiligen Regionalregierungen über die weiteren Maßnahmen.

Scholz könnte Preise für Impfstoffe und Tests senken – zögert aber

08.04 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält die Preise für Corona-Impfstoffe und -Tests offenbar künstlich hoch. Das geht aus einem Bericht des "Spiegel" hervor. Denn der SPD-Politiker verzichte darauf, die Mehrwertsteuer (in Deutschland beträgt der Satz 19 Prozent) bei Vakzinen und Tests auszusetzen. Dabei wäre Scholz dieser Schritt seit Beginn des Jahres erlaubt. Mitte Dezember entschied der Europäische Rat, dass Mitgliedsstaaten den regulären Steuersatz auf Impfstoffe und Tests auf den ermäßigten Tarif senken oder gleich ganz auf die Steuer verzichten können. dpa/Armin Weigel/dpa Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz spricht beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei.

Vertreter der Opposition setzen sich dafür ein, dass der Bundesfinanzminister den Mehrwertsteuerrabatt noch in das dritte Corona-Steueränderungsgesetz aufnimmt. Dieses soll noch in dieser Woche im Bundestag verabschiedet werden. Der "Spiegel" zitiert den FDP-Finanzexperten Markus Herbrand mit den Worten: "Nicht nur der Bundeshaushalt wird unnötig belastet, auch die Pflegeversicherungen, die mit weniger Geld mehr leisten könnten, brauchen die in der EU-Richtlinie vorgesehene Unterstützung dringend."

Auf "Spiegel"-Anfrage erklärte das Bundesfinanzministerium, dass es die Mehrwertsteuerentlastung derzeit prüfe.

Groko-Politiker kritisieren Angriff auf Biontech scharf: "Erbärmliches Ablenkungsmanöver"

Montag, 22. Februar, 07.56 Uhr: Die Meldung sorgte in der vergangenen Woche für Aufregung: NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" hatten berichtet, dass Pfizer und Biontech im Juni für den von ihnen entwickelten Corona-Impfstoff von der EU 54,08 Euro pro Dosis verlangt hatten – also mehr als das 20-Fache des Astrazeneca-Preises. Kurze Zeit später wies Biontech-Gründer Ugur Sahin die Kritik im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung zurück: Er erklärte, dass "die ersten Zahlen nicht das echte Angebot waren, sondern eine Wasserstandsmeldung". Wenig später habe man die Impfdosen deutlich günstiger angeboten. dpa/Tobias Hase/dpa/Symbolbild Ein Fläschchen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer wird gezeigt.

Einige Groko-Politiker stellen sich nun hinter Biontech. Sie sehen in den Angriffen auf den deutschen Impf-Primus vor allem ein Fehlverhalten der EU, wie aus einem Bericht der "Bild"-Zeitung hervorgeht. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, sagte dem Blatt etwa: "Das Platzieren von Schnipseln aus den Verhandlungen ist ein erbärmliches Ablenkungsmanöver." Und weiter: "Zum Fremdschämen, dass so etwas nach dem verstolperten Impfstart in der EU noch dazukommen muss." CSU-General Markus Blume äußerte sich gegenüber der "Bild" mit ähnlich scharfen Worten. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier mit ein paar Nebelkerzen von dramatischen Unzulänglichkeiten bei der Impfstoffbeschaffung abgelenkt werden soll", sagte er der Zeitung.

Auch Finanzstaatssekretär Wolfgang Schmidt (SPD) zeigte sich empört. Die "Bild" zitiert ihn mit den Worten: "Langsam werde auch ich sauer auf von der Leyen & Co." Es würden Papiere verteilt, die andeuteten, Biontech habe zu viel für sein Vakzin verlangt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wählte sogar noch härtere Worte: "Der Angriff auf Biontech ist ein plumper Versuch, vom eigenen Versagen abzulenken. Wäre das Unternehmen früher und stärker unterstützt worden wäre die Produktion auch in Marburg früher angelaufen." Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß erklärte, er finde es inakzeptabel, dass "die EU-Kommission jetzt Biontech den Schwarzen Peter zuschiebt". Deutlich wichtiger wäre es, mit Unternehmen wie Biontech stärker zusammenzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass mehr Impfdosen produziert würden.

Spahn hält vorgezogene Corona-Impfungen für Lehrer und Erzieher für möglich

20.13 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält vorgezogene Corona-Impfungen für Lehrer und Erzieher ab März für möglich. Er wolle am Montag mit den Gesundheitsministern der Länder darüber beraten, sagte Spahn am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Danach wolle er zügig die Impfverordnung anpassen. Dies könne binnen einer guten Woche geschehen. Ab Anfang März könnten die Lehrer und Erzieher dann in die Impfzentren kommen.

Spahn machte den genauen Beginn der vorgezogenen Impfungen aber von der Lage in den jeweiligen Bundesländern abhängig. Zuerst müsse die Priorisierungsgruppe eins, zu der vor allem Menschen über 80 gehören, durchgeimpft sein. Spahn hatte bereits am Samstag in Aussicht gestellt, dass Grundschullehrer und Erzieher – bislang in Priorisierungsgruppe drei – in die zweite Priorisierungsgruppe aufrücken.

Spahn drückt bei den Impfungen aufs Tempo, weil am Montag in weiteren Bundesländer die Schulen und Kitas wieder öffnen. Damit seien "von einem Tag auf den anderen Millionen Menschen mehr unterwegs", sagte Spahn im "Bericht aus Berlin". Zugleich tauchten in Deutschland vermehrt ansteckendere Virus-Varianten auf, die bereits zu wieder steigenden Infektionszahlen geführt hätten. "Und deswegen müssen Vorsicht, Testen und Impfen uns jetzt auf dem weiteren Weg begleiten", sagte Spahn.

Ein Drei- oder Sechsmonatsplan für weitere Lockerungen sei daher gerade nicht möglich, sagte Spahn. "Ich finde, wir dürfen keine falschen Versprechungen machen." Eine Inzidenz von unter 10 sei "jedenfalls in den allermeisten Regionen Deutschlands gerade ziemlich weit weg".

In Israel kann man sich sogar beim IKEA-Einkauf impfen lassen

16.24 Uhr: Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Wie die "Bild" berichtet, können sich die Menschen dort seit Neuestem sogar bei Ikea impfen lassen. Das schwedische Möbelhaus öffne am Sonntag erstmals nach dem Lockdown wieder und werbe unter dem Motto "Lasst euch immunisieren" um Kunden. Interessierte könnten dies zwischen 10.00 bis 17.00 Uhr tun.

Israel hat am Sonntag spezielle Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem wieder Fitnessstudios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen. Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. "Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder", sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstagabend. Oded Balilty/AP/dpa Zahlen aus Israel geben Anlass zur Hoffnung. Geimpfte sollen kaum weitere Personen anstecken können. Experten warnen aber vor einer vorschnellen Beurteilung.

Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt in Sachen Impfung als Vorreiter. Inzwischen kann sich jeder Bürger im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.

7,5 Millionen Impfdosen in Deutschland ausgeliefert

14.44 Uhr:  Laut Bundesgesundheitsminister Spahn wurden bis heute 7,5 Millionen Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert. Zwei Millionen weitere sollen noch in der kommenden Woche folgen. Das sind deutlich mehr als die bislang fünf Millionen in Deutschland verimpften Dosen. "Unsere Impfkampagne kann also deutlich an Fahrt gewinnen", twitterte Spahn.

dpa/Sina Schuldt/dpa/Symbolbild Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze in der Hand.

Die erste Etappe wurde Mitte Februar erreicht, als 15 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten hatten, darunter die über 70-Jährigen und Krankenhauspersonal. Bis Samstag bekamen nach offiziellen Angaben weitere 2,2 Millionen Menschen ihre erste Impfung gegen das Coronavirus. Damit hat ein Drittel der Bevölkerung eine erste Spritze erhalten.

Premierminister Boris Johnson will am Montagnachmittag im Parlament seinen Plan für eine "vorsichtige und schrittweise" Lockerung der Corona-Beschränkungen vorstellen. Priorität hat für ihn die Wiederöffnung der Schulen, die stufenweise ab dem 8. März erfolgen könnte.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock verteidigte am Sonntag im Sender Sky News die vorsichtige Herangehensweise der Regierung. Es lägen immer noch "fast 20.000" Covid-19-Kranke im Krankenhaus, sagte er. Zugleich verwies er auf die Frage, ob Kinder geimpft werden sollten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Derzeit liefen klinische Tests, "um zu wissen, ob Kinder geimpft werden sollen", sagte er.

Ein wissenschaftlicher Berater der Regierung, John Edmunds, sagte am Sonntag dem Sender BBC, solange nicht die ganze Bevölkerung einschließlich der Kinder geimpft sei, gebe es ein "erhebliches Risiko", dass das Virus wieder auftrete.

Israel-Studie: Biontech-Geimpfte kaum ansteckend

10.33 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann die Übertragung des Virus Berichten von "Spiegel" und "Bild" zufolge zu 89,4 Prozent verhindern. Dies gehe aus einer großen Beobachtungsstudie in Israel hervor, schrieb der "Spiegel" am Sonntagmorgen auf seiner Website. Bei den Infektionen habe sich ein Rückgang in immer größeren Teilen der Bevölkerung gezeigt.

Fast die Hälfte der Israelis hat bereits eine erste Dosis des Corona-Vakzins erhalten. Bislang war unklar, ob Geimpfte nur selbst geschützt sind, das Virus aber weitergeben können – oder ob sie tatsächlich nicht oder kaum mehr ansteckend sind. Zumindest für den Biontech-Impfstoff ist den Daten zufolge Letzteres der Fall.

dpa/Tsafrir Abayov/AP/dpa

Die Impfkampagne in Israel macht schnell Fortschritte. Doch auch beim Thema Start-ups zieht der Mittelmeer-Staat an Deutschland vorbei.

Das Ergebnis sei überraschend eindeutig, schreibt der "Spiegel". Die Untersuchung basiere auf Daten von 1,7 Millionen Geimpften. Sie sei von den Unternehmen zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium vorgenommen worden und noch nicht veröffentlicht, weder als sogenannter Preprint noch in einem wissenschaftlichen Fachmagazin. Das solle aber noch passieren.

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Samstag indes bereits mitgeteilt, dass der Impfstoff nach zwei Dosen eine Wirksamkeit von fast 96 Prozent hat. Demnach schützt der Impfstoff zudem zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 99,2 Prozent vor einer schweren Erkrankung und zu 98,9 Prozent vor einem tödlichen Verlauf.

Entscheidung schon am Montag? Forderung nach früherer Impfung von Lehrern und Kita-Personal

09.23 Uhr: Kurz vor den anstehenden Schulöffnungen in mehreren Bundesländern dringen Politiker und Verbände darauf, Lehrkräfte und Kita-Personal bei den Impfungen gegen das Coronavirus vorzuziehen. "Lehrkräfte, die jetzt in Grundschul- und Abschlussklassen in den Präsenzunterricht zurückkehren, sollten bevorzugt geimpft werden können", sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbands der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe). "Dies sollte – angefangen bei den Älteren und über 60-Jährigen – schnell geschehen", betonte er. Dies dürfe nicht nur, wie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, für Grundschullehrer gelten, sagte Meidinger. "

Spahn sagte am Samstag bei einer Livestream-Veranstaltung, bei der er sich den Fragen der Bürger stellte., dass Erzieher und Grundschullehrer in absehbarer Zeit gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Weil es gesellschaftlich wichtig sei, dass in Kitas und Grundschulen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sollten die Kita-Mitarbeiter und Grundschullehrer bei der Priorisierung vorgezogen werden, so der Gesundheitsminister.

Foto: Fabian Sommer/dpa Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, nimmt an einem digitalen Town-Hall Meeting im Bundesgesundheitsministerium teil.  

Kita- und Grundschulbeschäftigte stehen nach der aktuellen Impfverordnung in Gruppe drei und wären damit voraussichtlich erst im Sommer dran. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung aber gebeten, zu prüfen, ob diese Beschäftigten vorgezogen werden könnten. Dafür müsste die geltende Impfverordnung geändert werden.  Das hatten bereits mehrere Politiker, unter anderem Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), befürwortet.

Nach Angaben von Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha ist diese Änderung bereits in Arbeit. Eine Grundsatzentscheidung solle voraussichtlich auch in der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag fallen, sagte der Grünen-Politiker am Samstag in Stuttgart. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat inzwischen in einem Schreiben an Spahn vom Donnerstag darum gebeten zu prüfen, ob Lehrer und Erzieher bereits jetzt mit dem Astrazeneca-Präparat geimpft werden könnten.

Schweiz überlegt, Millionen Astrazenaca-Dosen wieder zu verkaufen

09.07 Uhr: Die Schweizer Regierung erwägt, ihre bereits angeschafften 5,3 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca wieder zu verkaufen. Das berichtet die "Neue Zürcher Zeitung". Grund dafür seien Zweifel an der möglicherweise geringeren Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Präparaten. Die Behörde Swissmedic hat noch nicht über eine Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs entschieden, sondern zunächst mehr Daten aus noch laufenden Studien verlangt.

In den letzten Tagen wurde Kritik an dem Astrazeneca-Vakzin immer größer. Weil sich ein beträchtlicher Teil des Personals nach der Impfung mit dem Vakzin krankmelden musste, konnte in manchen Rettungsdiensten, Klinikstationen, Praxen oder Pflegeheimen nicht mehr richtig gearbeitet werden. In zwei schwedischen Provinzen, einigen französischen und deutschen Krankenhäusern wurde das Impfen deshalb vorübergehend gestoppt.

Lauterbach jubelt über Israel-Studie: "Erster Hinweis, dass man nach der Impfung nicht ansteckend ist"

Sonntag, 21. Februar, 2021, 07.50 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat gefordert, den AstraZeneca-Impfstoff ab sofort für alle Impfberechtigten aus den ersten drei Prioritätsgruppen freizugeben. "Es bleibt Impfstoff liegen, weil sich nicht genug Personen aus der ersten Prioritätsgruppe anmelden oder nicht zum Termin erscheinen. Das ist eine absurde und unerträgliche Situation“, sagte Lauterbach zur "Bild am Sonntag". „Wir sollten beim AstraZeneca-Impfstoff jetzt unbürokratisch die Impfzentren für alle unter 65 Jahren aus den ersten drei Prioritätsgruppen öffnen. Dann könnten wir die Impfzentren endlich voll auslasten.“

Sehr optimistisch schaut Lauterbach hingegen auf die von der israelischen Website "ynet" vorab publizierten Ergebnisse einer Studie des israelischen Gesundheitsministeriums und Pfizer. „Diese Auswertungen sind von großer Bedeutung. Sie sind der erste klare Hinweis darauf, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist“, sagte Lauterbach zu "BamS". Damit würde die Impfung eine Herdenimmunität tatsächlich ermöglichen. „Und die Rückkehr zum normalen Leben möglich machen. Zumindest deuten das die Ergebnisse mit Biontech zum jetzigen Zeitpunkt an.“

Biontech-Impfstoff in Israel nach zwei Impfdosen zu fast 96 Prozent wirksam

23.12 Uhr: Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer hat laut neuen Daten aus Israel nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von fast 96 Prozent. Wie das israelische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurden bei Geimpften zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis 95,8 Prozent weniger Infektionen festgestellt als bei nicht geimpften Menschen. Eine Woche nach der zweiten Dosis lag die Wirksamkeit demnach bei 91,9 Prozent.

Laut der Studie schützt der Impfstoff zwei Wochen nach der zweiten Dosis zudem zu 99,2 Prozent vor einer schweren Erkrankung und zu 98,9 Prozent vor einem tödlichen Verlauf.

Die israelische Impfkampagne gilt als die erfolgreichste der Welt. In Israel, das rund neun Millionen Einwohner hat, haben nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 4,25 Millionen Menschen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. 2,88 Millionen Menschen haben bereits beide für eine vollständige Immunisierung notwendigen Impfdosen bekommen. Inzwischen können alle Menschen ab 16 Jahren einen Impftermin vereinbaren.

Kassenärzte-Chef will Astrazeneca-Impfstoff für alle zugänglich machen

21.49 Uhr: Der sächsische Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Klaus Heckemann, will den Astrazeneca-Impfstoff für alle Menschen zugänglich machen. Er plädiert für eine Abschaffung der Prioritätsgruppen für den Astrazeneca-Impfstoff. Geht es nach Heckemann, könnte so verhindert werden, dass Impftermine mit dem zuletzt in die Kritik geratenen Impfstoff frei bleiben. "Ich halte es für richtig, ohne Priorisierung zu impfen und den Astrazeneca-Impfstoff damit für alle zugänglich zu machen", sagte Heckemann dem "MDR" am Freitag. dpa/Expa/Jfk/APA/dpa/Symbolbild Eine Spritze ist gegen eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gelehnt.

So könnten sich auch Menschen um eine Impfung bemühen, die weniger skeptisch gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff seien und eben nicht zur höchsten Priorisierungsstufe gehören. Heckemann äußert sich gegenüber dem "MDR" weiter: "Wenn wir diesen Impfstoff nicht für alle öffnen, können wir ihn auch gleich vom Markt nehmen." Bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna solle die Terminvergabe anhand der Priorisierungsregelungen hingegen beibehalten werden, so der Vorsitzende.

Heckemann fordere zudem, die Impfungen der Hersteller Astrazeneca und Moderna ausschließlich in Arztpraxen durchzuführen. Angesichts inzwischen großer Liefermengen des Biontech-Impfstoffes könnten die Kapazitäten der Impfzentren sonst schnell ausgeschöpft sein, sagte Heckmann. dpa/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Eine Ärztin mit einer Spritze.

Impfstoffentwickler: Astrazeneca-Impfstoff bei größerem Dosen-Abstand wirksamer

15.47 Uhr: Mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis haben beim Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford den Entwicklern zufolge positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit. "Da die Verfügbarkeit [der Impfstoffe] begrenzt ist, kann die Strategie, zunächst mehr Menschen mit einer Dosis zu impfen, womöglich zu einer größeren Immunität der Bevölkerung führen, als nur die Hälfte der Menschen mit zwei Dosen zu impfen", schrieb der Chef-Entwickler des Impfstoffs, Andrew Pollard, von der Universität Oxford in der Fachzeitschrift "The Lancet". dpa/Russell Cheyne/PA Wire/dpa/Symbolbild Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Astrazeneca.

Die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse jüngster klinischer Studien mit mehr als 17.000 Probanden in Großbritannien, Südafrika und Brasilien, aus denen Auszüge zuvor bereits online veröffentlicht worden waren, untermauern die Strategie der britischen Regierung, ein größeres Intervall zwischen erster und zweiter Impfdosis einzuplanen – zumindest für das Astrazeneca-Vakzin.

Bei einem Abstand von mindestens zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis wies der Impfstoff demnach eine Wirksamkeit von 81 Prozent auf. Diese lag lediglich bei 55 Prozent, wenn zwischen beiden Dosen nur bis zu sechs Wochen lagen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission bislang, bei Astrazeneca die zweite Dosis 9 bis 12 Wochen nach der ersten zu verabreichen.

Söder: Impfungen in Altenheimen bis März abgeschlossen

12.19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass bis März die Bewohner von Altenheimen gegen Corona geimpft sind. "Wir sind mit dem Impfen in Alten- und Pflegeheimen weitgehend durch", sagte er am Samstag bei einer Online-Veranstaltung der Christlich-Sozialen Arbeitnehmer (CSA). Er schätze, dass bis März die Zweitimpfungen "komplett abgeschlossen" seien. "Dann wird es auch in der Frage der Gefährdung (durch) Corona eine deutliche Verbesserung bringen." dpa/Peter Kneffel/dpa Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.

Er wolle angesichts sinkender Infektionszahlen in Bayern auch über Öffnungsperspektiven reden. "Die Kurven entwickeln sich jetzt runter", sagte Söder. "Aber die Wahrheit ist, dass (…) der Trend in Deutschland nicht mehr so stark runter geht wie letzte Woche." Mancherorts gingen die Zahlen sogar leicht hoch. Eine "Öffnungsmatrix" stelle er sich je nach Infektionslage vor Ort so vor: "Wo mehr geht, geht sehr viel mehr. Dort, wo wir skeptisch sein müssen, geht deutlich weniger."  

Mehr als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern hat mittlerweile den Inzidenzwert von 50 unterschritten. 51 der 96 Kreise und Städte verzeichnen nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Davon liegen 27 unter der 35er-Marke. Allerdings geht die Schere nach oben sehr weit auf: Mit den Landkreisen Tirschenreuth (345) und Wunsiedel (313) an der tschechischen Grenze liegen die deutschlandweiten Spitzenreiter bei den Inzidenzzahlen in Bayern.

Wieder ohne umfangreiche Studien: Russland gibt dritten Corona-Impfstoff frei

9.51 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat Russland einen dritten Impfstoff freigegeben. Die ersten 120 000 Dosen des Vakzins KoviVac sollten bereits im nächsten Monat ausgeliefert werden, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Samstag in Moskau. "Russland ist heute das einzige Land, das bereits drei Impfstoffe hat."

Der Wirkstoff wurde am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Bis Jahresende sollen demnach 20 Millionen Dosen produziert werden. Umfangreiche klinische Studien liegen dazu aber noch nicht vor.

Russland hatte Mitte August mit Sputnik V den weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben – obwohl zu diesem Zeitpunkt noch wichtige Tests fehlten. Der Wirkstoff ist mittlerweile in rund 30 Ländern registriert. In Russland haben aber erst mehr als 2,2 Millionen Menschen mindestens eine von zwei notwendigen Injektionen bekommen. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung des riesigen Landes.

Frauen verkleiden sich für Corona-Impfung als Omis – erst beim zweiten Mal werden sie erwischt

Samstag, 20. Februar, 7.57 Uhr: Einmal war die Masche erfolgreich – beim zweiten Versuch flog sie auf: Als Seniorinnen verkleidet wollten sich zwei jüngere Frauen im US-Bundesstaat Florida Corona-Impfungen erschleichen. Der Gesundheitsbeamte Raul Pino schilderte die Episode am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, um zu verdeutlichen, dass es im Orange County nicht an Impfwilligen mangelt. "Wir haben sogar Menschen, die vorgeben, alt zu sein, um geimpft zu werden", sagte Pino. Am Mittwoch seien die beiden Frauen in dem Impfzentrum aufgefallen, die sich mit Hauben, Handschuhen und Brillen als "Omis" verkleidet hätten und – mit gültigen Impfausweisen der Gesundheitsbehörde – ihre zweiten Impfdosen bekommen wollten. "Ich weiß nicht, wie sie das erste Mal entwischt sind", sagte Pino.

Bild: dpa Das Hamburger Impfzentrum in den Messehallen.

Mitte Januar hatte ein Arzt eine aufgezogene Spritze im Impfzentrum entwendet und sie seiner schwer kranken Frau im Eingangsbereich verabreicht. Die Tat sei sofort entdeckt und der 69-Jährige einen Tag später entlassen worden, hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Gesundheitsbehörde hatte den Vorfall bestätigt.

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