Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim DAT – ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim DAT – ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Der diesjährige DAT wird unter dem Motto „Klimawandel, Pharmazie und Gesundheit“ stehen. Die grundsätzliche Wichtigkeit dieses Themas bestreitet wohl fast niemand. Doch ist der Zeitpunkt der richtige, ihm einen so hohen Stellenwert zu geben? Schließlich haben die Apotheken aktuell genug andere Probleme. Oder ist es höchste Zeit, dass die verfasste Apothekerschaft sich in dieser Hinsicht positioniert? Nehmen Sie an unserer Umfrage teil!

Der Deutsche Apothekertag wird vom 14. bis 16. September in München stattfinden. Die Anträge zum Thema „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ sind ein bunter Blumenstrauß aus verschiedenen Ideen, von denen einige die Apotheken und die Standesvertretung direkt betreffen, andere aber auch die Krankenkassen und die Industrie. 

Manche davon könnte die Apothekerschaft ohne Unterstützung von außen umsetzen: So wird beispielsweise neben klimaneutralen Geschäftsstellen ein Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der ABDA gefordert. Für ein Ende der Bonpflicht, höhere Lagertemperaturen für Arzneimittel, um weniger Energie für die Klimatisierung zu verbrauchen, oder verpflichtende ökotoxikologische Untersuchungen bei Neuzulassungen braucht es hingegen Gesetzesänderungen. 

Elf Anträge, davon drei Leitanträge, aus diesem Bereich erwarten die Delegierten in München, und zwar gleich zu Beginn der Antragsberatung, wenn alle noch frisch und diskussionsfreudig sind. Danach folgt der Block „Sicherstellung der Versorgung“, der in den vergangenen Jahren oft der Auftakt des DAT war.

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Dass der DAT überhaupt unter dem Motto „Klimawandel, Pharmazie und Gesundheit“ steht, geht auf einen Antrag der Apothekerkammern aus Thüringen und Westfalen-Lippe aus dem Vorjahr zurück. Doch als dieser Antrag vor fast einem Jahr verabschiedet wurde, war noch nicht klar, was auf die Apotheken in der Zwischenzeit niederprasseln würde. Damals war eine Erhöhung des Kassenabschlags noch kein Thema, die Inflation hatte zwar angezogen, aber lag mit 4,1 Prozent noch deutlich unter dem Niveau von heute (7,5 Prozent im Juli 2022). Und einen Krieg in der Ukraine und damit verbunden massiv ansteigende Energiekosten hatte die große Mehrheit auch nicht auf dem Schirm. Dazu kommen die apothekerlichen Dauerbaustellen wie Personalmangel und das seit Jahren eingefrorene Packungshonorar.

Der passende Zeitpunkt? 

Ist es vor diesem Hintergrund eine gute Idee, über Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu diskutieren, wenn an allen Ecken und Enden die Hütte brennt? Oder wie es Kolleg:innen in den Kommentaren schreiben: „Wichtiges Thema, keine Frage. Aber ohne Geld kann ich mich nicht drum kümmern.“ Oder ist es genau richtig, wenn nicht sogar schon zu spät, über dieses Thema ausführlich auf dem DAT zu diskutieren? Schließlich gibt es immer irgendein vermeintlich wichtigeres Thema und wenn man darauf wartet, dass mal nichts anderes anliegt, passiert in diesem Bereich nie etwas.

Wir würden gerne von unseren Lesern und Leserinnen wissen, wie sie das sehen. Nehmen Sie an unserer Umfrage teil!

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