Müsli-Rückruf wegen schädlichen Pflanzenschutzmittel-Rückständen – Heilpraxis

Müsli-Rückruf wegen schädlichen Pflanzenschutzmittel-Rückständen – Heilpraxis

Rückruf: Bei Netto angebotenes Müsli kann Schadstoffe enthalten

Ein Müsli-Hersteller sowie die Supermarktkette Netto Marken-Discount informieren über einen Warenrückruf. In einem Müsli wurden potenziell gesundheitsschädliche Rückstände des Pflanzenschutzmittels Ethylenoxid nachgewiesen. Von dem Verzehr wird abgeraten.

Der Hersteller DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH ruft das Produkt „BioBio Basis-Müsli 5-Korn Mix“ in der 750-Gramm Packung mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 25. August 2021 und 16. September 2021 zurück. Zu finden ist das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackungsrückseite.

Wo wurde das Müsli verkauft?

Wie die Supermarktkette Netto Marken-Discount auf der Webseite des Unternehmens berichtet, wurde das Bio-Müsli bundesweit in allen Netto-Filialen angeboten. Der Hersteller habe aber bereits reagiert und alle entsprechenden Waren aus dem Verkauf entfernt. Andere Produkte der Herstellers sowie weitere BioBio-Artikel oder andere Haltbarkeitsdaten des oben genannten Produkts seien nicht von dem Rückruf betroffen, betont Netto.

Wo kann das Müsli umgetauscht werden?

Verbraucherinnen und Verbraucher, die das vom Rückruf betroffene Produkt bereits gekauft haben, können dieses in einer beliebigen Netto-Filiale abgeben. Der Kaufpreis werden dort auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückgeben. Fragen zum Rückruf beantwortet der Netto-Kundenservice unter der Rufnummer 0800 200 0015 (Montag bis Samstag, 6.00 Uhr bis 22:30 Uhr).

Sesamsamen häufig mit Ethylenoxid belastet

Nach Angaben des Herstellers wurden die Rückstände des Pflanzenschutzmittels Ethylenoxid in den enthaltenen Sesamsamen nachgewiesen. „Eine gesundheitliche Beeinträchtigung kann nicht vollständig ausgeschlossen werden“, schreibt Netto. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Rückrufen aufgrund mit Ethylenoxid kontaminierten Sesamsamen.

Gesundheitsgefahren durch Ethylenoxid

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) führte deshalb kürzlich eine gesundheitliche Bewertung über Ethylenoxid-Rückstände in Sesamsamen durch. Das BfR kommt zu dem Ergebnis, dass es keine zulässigen Grenzwerte ohne Gesundheitsrisiko gibt. Ethylenoxid wirkt beim Menschen erbgutverändernd und karzinogen.

In der gesamten EU gilt ein Anwendungsverbot für Ethylenoxid als Pflanzenschutzmittel. Die Substanz ist zur Desinfektion erlaubt, allerdings nur, wenn es keinen Kontakt zu Lebensmitteln hat. Sesamsamen werden in der Regel aber nicht in der EU produziert, sondern hauptsächlich aus Indien importiert.

Aufnahme sollte grundsätzlich vermieden werden

Laut BfR ist der Verzehr von kleineren Aufnahmemengen über längere Zeiträume mit einer „geringen Besorgnis“ für die Entwicklung von Krebs verbunden. „Aufgrund der Irreversibilität und der höheren Wahrscheinlichkeit von Sekundärwirkungen wie Kanzerogenität sind einmalige hohe Aufnahmen von Ethylenoxid in jungem Alter von besonderer Besorgnis und sollten grundsätzlich vermieden werden“, so das Bundesinstitut. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Quelle: Den ganzen Artikel lesen