Merkel stellt neuen Corona-Plan vor: Drastische Maßnahmen für Kliniken, keine bundesweiten Schulschließungen

Merkel stellt neuen Corona-Plan vor: Drastische Maßnahmen für Kliniken, keine bundesweiten Schulschließungen

Das Coronavirus breitet sich weiter aus, Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt, das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. In Deutschland gibt es derzeit fünf Todesfälle und mehr als 1.500 bestätigte Corona-Infizierte. Weltweit sind es bereits über 119.000 Infizierte. Alle Informationen zum Coronavirus-Ausbruch finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Fallzahlen, Tote, Ausbreitung: Die Live-Karte zum Corona-Ausbruch
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Das Wichtigste aus der Pressekonferenz mit Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Hamburgs erstem Bürgermeister Peter Tschentscher:

  • Merkel ruft alle Bürger dazu auf, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten.
  •  „Nicht notwendige Veranstaltungen“ unter 1000 Teilnehmern sollen abgesagt werden. "Das ist ein Aufruf an alle", so Merkel.
  • Bundestag und Bundesrat sollen am Freitag das Kurzarbeitergeld beschließen, weitere "umfassende" Maßnahmen sollen morgen vorgestellt werden.
  • Es gibt einen „Schutzschirm für Krankenhäuser“ (Söder), um mehr Kapazitäten in der Corona-Krise zu schaffen. Alle nicht notwendigen Operationen, Aufnahmen und Eingriffe sollen ab Montag verschoben werden. Dies solle soweit medizinisch vertretbar ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstagabend.
  • Zu Schulschließungen gibt es keinen einheitlichen Beschluss, Bayern will am Freitag eine Entscheidung bekanntgeben.
  • Merkel: "Wir sind in einer Situation, die außergewöhnlicher ist, als die Bankenkrise"

Pressekonferenz mit Merkel und Söder im Live-Ticker

21.26 Uhr: "Deutschland muss sich nichts vorwerfen. Wir haben auf einem sehr hohen Niveau sofort reagiert“, sagt Peter Tschentscher. „Wir sind in unserem Gesundheitssystem sehr schlagkräftig und medizinisch auf Spitzenniveau unterwegs“, lobt er das deutsche Gesundheitssystem. Man könne sehr schnell und konsequent reagieren.

21.24 Uhr: "Die Schuldenbremse sieht auch Ausnahmen vor", sagt Merkel angesprochen auf eine mögliche Nichteinhaltung der schwarzen Null. "Wir sind in einer Situation, die außergewöhnlicher ist, als die Bankenkrise", ordnet sie die Schwere der Lage ein. Die Aufgabe sei es nun, dies einzudämmen und die wirtschaftliche Lage zu halten. Die Ausgangsposition sei hierfür gut.

21.20 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel berichtet, dass weitere medizinisch notwendige Produkte nachbestellt und nachgeliefert werden sollen. "Wir müssen schauen, dass wir Intensivbetten Stück für Stück ausbauen", sagt Markus Söder. Hierfür sollen auch finanzielle Hilfsmittel bereitgestellt werden.

21.16 Uhr: "Wir können nicht riskieren, alle Kindergärten und Schulen zu schließen und damit Krankenschwestern und Ärzten nicht mehr die Möglichkeit zu geben, zum Dienst zu erscheinen", sagt Tschentscher und betont, dass in diesem Punkt in den nächsten Tagen noch ein Beschluss gefasst werden muss.

21.13 Uhr: Nun spricht Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Er bedankt sich für die Hilfestellung des Bundes in der aktuell schwierigen Zeit. "Es geht darum, dass wir Beschaffungen gemeinsam organisieren und medizinische Produkte, die nötig sind, ausreichend zur Verfügung gestellt werden", so Tschentscher.

21.11 Uhr: Die Beschleunigung des Kurzarbeitergeldes sieht Söder wirtschaftlich als einen zentralen Punkt. Zur wirtschaftlichen Perspektive gibt er an: "Wir werden alles tun, was notwendig ist."

21.10 Uhr: "Wir müssen Regelungen für die ältere Generationen finden", warnt Söder weiter. Er betont, dass man die Hauptrisikogruppe bestmöglich schützen soll. Dafür weist auch er darauf hin, dass die sozialen Kontakte möglichst zurückgefahren werden sollen. "Alles was nicht gesetzlich oder dringend notwendig ist, sollte man verschieben", so Söder über anstehende Feste und Veranstaltungen in ganz Deutschland.

21.09 Uhr: Außerdem berichtet Söder, dass alle nicht unbedingt notwendigen Operationen in den Krankenhäusern ab Montag verschoben werden, um ausreichenden Platz für schwer vom Coronavirus betroffene Patienten zu schaffen.

21.08 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht in der Pandemie eine echte Herausforderung für das Gesundheitssystem. Er fordert eine einheitliche Materialstrategie zur Beschaffung benötigter Güter und appelliert daran, dass dies unter den Bundesländern gut koordiniert werden muss.

21.06 Uhr: Außerdem wurde festgelegt, dass alle Maßnahmen in Absprache mit der EU geschehen sollen, da diese Krise lediglich durch den Zusammenhalt der Europäischen Union bewältigt werden könne.

21.03 Uhr: "Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektion vor keiner Region halt macht", führt Merkel weiter aus. Außerdem sei es vorauszusehen, dass die Situation eine schwierige Wirtschaftssituation hinterlassen wird. Bereits morgen sollen Bundestag und Bundesrat das Kurzarbeitergeld beschließen. Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der deutschen Unternehmen sollen morgen kommuniziert werden.

21.02 Uhr: "Wir haben ein Zeitfenster, in dem wir die Vermeidung nicht notwendiger Sozialkontakte noch ausweiten können", sagt Merkel und berichtet, dass auch auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen mit unter 1000 Teilnehmern verzichtet werden soll.

21.00 Uhr: Jetzt spricht Angela Merkel. Die Kanzlerin weist noch einmal darauf hin, dass man möglichst soziale Kontakte meiden soll. Sie spricht davon, dass es sich um ein "dynamisches Ausbruchssystem" handelt.

Topmeldung (19.45 Uhr): Bereits um 18.30 war eine Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet worden. Doch die Statements nach der Ministerpräsidentenkonferenz verzögern sich.

Frankreich macht Schulen und Universitäten dicht

Topmeldung (20.14 Uhr):  Wegen der Coronavirus-Krise bleiben in Frankreich alle Schulen geschlossen. "Ab Montag und bis auf Weiteres werden alle Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten geschlossen" sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend in einer TV-Ansprache.

Wo Schulen und Kitas in Deutschland geschlossen sind, lesen Sie hier

Erste Coronavirus-Todesfälle in Bayern und Baden-Württemberg

Topmeldung (20.32 Uhr): In Bayern ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch getorben. Das teilte das Bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagnachmittag mit. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 80-jährigen Mann, der in Würzburg in der Nacht zum Donnerstag gestorben sei, wie das Universitätsklinikum Würzburg mitteilt. Laut Angaben des Klinikums litt der Patient an Vorerkrankungen und war pflegebedürftig.

Auch in Baden-Württemberg ist erstmals ein positiv auf das neuartige Coronavirus getesteter Mensch gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Es handle sich um einen 67 Jahre alten Mann.

Einen weiteren Todesfall meldet zudem der Kreis Heinsberg am Abend.  Eine 78 Jahre alte Frau sei am Donnerstagnachmittag gestorben.

Insgesamt haben in Deutschland bislang mehr als 2400 Menschen mit dem Virus infiziert. In NRW ist die Zahl der Betroffenen auf über 900 gestiegen. In Bayern sind mindestens 500 Menschen infiziert, Baden-Württemberg meldet mehr als 330 Fälle. Sechs mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten. Die Zahlen beruhen auf den gemeldeten Zahlen der jeweiligen Bundesländer.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 2369

Das Robert-Koch-Institut führt in ihrer Statistik mittlerweile auch die von den Bundesländern bestätigten Fälle auf. Daher kommt es zu einem starken Anstieg der Zahlen. Zuvor hatte das RKI lediglich die dem Institut elektronisch übermittelten Fälle aufgeführt.

Baden-Württemberg: 454 (1 Todesfall)

Bayern: 500 (1 Todesfall)

Berlin: 137

Brandenburg: 30

Bremen: 38

Hamburg: 88

Hessen: 99

Mecklenburg-Vorpommern: 23

Niedersachsen: 129

Nordrhein-Westfalen: 688 (4 Todesfälle/Landkreis Heinsberg besonders betroffen)

Rheinland-Pfalz: 52

Saarland: 14

Sachsen: 45

Sachsen-Anhalt: 27

Schleswig-Holstein: 31

Thüringen: 14

Gesamt: 2369

Quelle: Robert-Koch-Institut (Stand: 12. März, 19.30 Uhr)

dpa Um sich vor dem Coronavirus zu schützen ist es wichtig, die Hände gründlich zu waschen.  

Lesen Sie auch: L-Typ und S-Typ: Coronavirus ist mutiert – das sagt der Top-Virologe

 

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Wichtige Telefonnummern bei Coronavirus-Verdacht

Die Regierung empfiehlt: Bei Covid-19-Symptomen ist es besser anzurufen, statt im Wartezimmer zu sitzen.

  • 116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • 115: Einheitliche Behördennummer
  • 0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland
  • 030 346 465 100: Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums
  • “ target=“_blank“ class=“ps-tracking-comlinks ps-trackingname_FOLJAM_11741568 externalLink“ title=“Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt“ rel=“nofollow“>Coronavirus-Verdacht? Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt

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AfD verschiebt Bundesparteitag wegen Coronavirus

20.25 Uhr: Die AfD wird ihren für den 25. April geplanten Bundesparteitag in Offenburg verschieben. Das entschied der Bundesvorstand der Partei am Donnerstagabend einstimmig in einer Telefonkonferenz. Nach Angaben eines Sprechers steht ein neuer Termin noch nicht fest. Die Partei wollte in Baden-Württemberg zwei Tage lang über ihren künftigen Kurs in der Sozial- und Rentenpolitik beraten und entscheiden.

Coronavirus: Netanjahu ruft zu Notstandsregierung in Israel auf

19.45 Uhr:  Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag zur Bildung einer Notstandsregierung aufgerufen. Eine solche Regierung solle «noch heute Abend» für eine begrenzte Zeit eingerichtet werden, «um das Leben Zehntausender zu retten», sagte der 70-Jährige vor Journalisten. «Was wir brauchen, ist nationale Verantwortung», sagte Netanjahu. Man dürfe gegenwärtig nur an das Wohl des Staates Israel denken und die Gesundheit seiner Bürger.

Auch nach drei Wahlen binnen eines Jahres herrscht in Israel weiter eine politische Pattsituation. Weder Netanjahus rechts-religiöser Block noch das Mitte-Links-Lager um Ex-Militärchef Benny Gantz vom Bündnis Blau-Weiß verfügt über eine Mehrheit im Parlament. Bislang hatte Gantz wegen einer Korruptionsanklage gegen Netanjahu eine große Koalition mit dessen rechtskonservativer Likud-Partei abgelehnt. Der Prozess gegen Netanjahu soll am Dienstag beginnen.

Israel hat strenge Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Netanjahu kündigte am Donnerstagabend, an, man werde die Schulen und Universitäten schließen. Ausgenommen seien Sonderschulen und Kindergärten. Auch Versammlungen von mehr als 100 Menschen sind verboten. Israel hat zudem strikte Einreisebeschränkungen verhängt. Ausländer dürfen nur einreisen, wenn sie sich zu einer zweiwöchigen Heimquarantäne verpflichten.

New York untersagt Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen

19.39 Uhr: Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus hat Gouverneur Andrew Cuomo Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen im Bundesstaat New York ab Freitag vorübergehend untersagt. Für die Theaterveranstaltungen am Broadway in der Millionenmetropole New York gelte das bereits ab Donnerstagabend, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Veranstaltungsorte mit weniger als 500 Sitzplätzen dürften nur noch die Hälfte davon vergeben. Schulen und der öffentliche Nahverkehr blieben allerdings zunächst weiter geöffnet.

Zuvor hatten bereits unter anderem das Metropolitan Museum, die Carnegie Hall und die New Yorker Philharmoniker angekündigt, ab Freitag zu schließen und Veranstaltungen abzusagen. Insgesamt gebe es in New York bislang 328 bekannte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus und noch keinen Todesfall, sagte Cuomo. Die Zahl der Ansteckungen liege aber wahrscheinlich deutlich höher, da es nicht genug Test-Kapazitäten gebe.

CDU verschiebt Parteitag wegen Corona-Krise

18.55 Uhr: Die CDU verschiebt wegen der Corona-Krise ihren für den 25. April geplanten Sonderparteitag zur Wahl eines Nachfolgers der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, wie es am Donnerstag in der Partei hieß.

Kramp-Karrenbauer erklärte, für die CDU sei klar, „die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen in unserem Land haben höchste Priorität“. Jeder sei aufgerufen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Sie wolle dem Parteivorstand empfehlen, den Parteitag zu verschieben „und ihn durchzuführen, sobald die epidemische Lage dies gestattet“.

Auf dem Sonderparteitag sollte ein Nachfolger für die scheidende Parteivorsitzende gewählt werden. Kandidaten sind Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der CDU-Außenpolitiker und frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Die CDU will vorläufig auch auf die „digitalen Townhalls“ verzichten. Dies haben die Führungsleute der Partei nach Informationen von FOCUS Online bei einer kurzfristig angesetzte Telefonschalte des Bundesvorstands vereinbart. Kramp-Karrenbauer betonte, dass die Bevölkerung „zu recht“ erwarte, dass sich die Union ausschließlich um die Bewältigung der Corona-Gefahr kümmere und sich nicht mit sich selbst beschäftige.

dpa

BKA-Beamter aus Umfeld von Bundespräsident Steinmeier positiv getestet

18.54 Uhr: Ein Beamter aus der Einheit des Bundeskriminalamts, die für die Sicherheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zuständig ist, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte das Bundespräsidialamt der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf Anfrage. Der Beamte habe aber keinen direkten Kontakt zum Bundespräsidenten gehabt, hieß es. Die Mitarbeiter des Bundespräsidialamts, die mit dem Mann in direktem Kontakt standen, arbeiteten sicherheitshalber von zu Hause aus.

Italien meldet: Zahl der Covid-19-Toten auf über 1000 gestiegen

18.22 Uhr: In Italien ist die Zahl der Toten im Zuge der Coronavirus-Krise auf mehr als 1000 gestiegen. Das teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 827 Tote. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf mehr als 15000.

Kanadas Premierminister Trudeau und Ehefrau in Isolation

17.45 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau und seine Ehefrau haben sich in häusliche Isolation begeben, nachdem bei Sophie Gregoire Trudeau Symptome der neuen Lungenkrankheit Covid-19 aufgetreten waren. Sie wollen damit verhindern, möglicherweise das Coronavirus weiterzugeben. Gregoire Trudeau habe nach einer Reise nach London «milde grippe-artige» Symptome bekommen, hieß es am Donnerstag aus dem Büro des Premierministers in Kanada. Sie habe sich medizinisch beraten lassen und werde derzeit auf das Coronavirus hin getestet. Die Test-Ergebnisse lagen zunächst noch nicht vor, Gregoire Trudeau gehe es besser, heiß es.

Bei Premierminister Trudeau seien bislang keine Symptome aufgetreten. Als Vorsichtsmaßnahme wolle er sich aber zunächst ebenfalls in häusliche Isolation begeben, bis die Testergebnisse seiner Frau vorlägen, und von zu Hause arbeiten

Kultusminister schließen flächendeckende Schulschließungen nicht aus

17.10 Uhr: Die Kultusminister der Länder schließen angesichts der Coronaviruspandemie auch flächendeckende Schulschließungen nicht aus. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weitreichenden Schließungen komme, sagte die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), am Donnerstag in Berlin. Ähnlich äußerten sich die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Bislang sind in Deutschland nur einzelne Schulen geschlossen. Das größte Problem bei flächendeckeden Schließungen sei, wie die Betreuung der Kinder und Jugendliche sichergestellt werden könne, sagte Rabe. Dies sei auch notwendig, um nicht einen Zusammenbruch der öffentlichen Daseinsvorsorge in Deutschland zu riskieren.

17.00 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich als Vorsichtsmaßnahme selbst in Quarantäne begeben. Das erklärte ein Sprecher Trudeaus am Donnerstag. Demnach sei Trudeaus Ehefrau Sophie Grégoire mit einem leichten Fieber von einer Geschäftsreise nach London zurückgekehrt. Die Frau habe sich sofort auf das Coronavirus testen lassen und erwarte nun die Ergebnisse. Trudeau, der bislang keinerlei Symptome zeigt, werde von zuhause aus arbeiten, bis das Ergebnis des Tests feststeht. 

China hilft Italien mit Equipment und Ärzten

16.49 Uhr: Der Spieß hat sich mittlerweile umgedreht: Die chinesische Regierung hat ein Hilfsflugzeug mit Experten und 31 Tonnen medizinischen Vorräten in das vom Coronavirus schwer gebeutelte Italien geschickt. Der Flieger soll gegen 22 Uhr in Rom landen. Außenminister Luigi di Maio hatte seinen chinesischen Kollegen Wang Yi Anfang der Woche um Hilfe gebeten.

Italien ist von der Ausbreitung des Coronavirus besonders betroffen; im gesamten Land gelten deshalb drastische Einschränkungen. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 827 angestiegen, Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. China hingegen meldet mittlerweile nur noch wenige neue Corona-Fälle.

16.33 Uhr: In kaum einem Land wütet das Coronaviurus so heftig wie im Iran, mehr als 400 Menschen sind dort schon nach Regierungsangaben gestorben. Selbst Parlamentsabgeordnete und hochrangige Regierungsberater befinden sich unter den Toten. In der 1,2-Millionen-Einwohner-Stadt Ghom südwestlich von Teheran heben die Behörden jetzt Massengräber aus. Das zeigen Satellitenbilder, die der „Washington Post“ vorliegen. In Videos in den sozialen Medien sind lange Reihen von Särgen zu sehen, die auf ihre Beerdigung warten.

Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise hat der Iran am Donnerstag den Internationalen Währungsfonds (IWF) um dringende Finanzhilfe gebeten. Die iranische Zentralbank habe um „sofortigen Zugang“ zu den vom IWF wegen der Pandemie versprochenen RFI-Kredithilfen gebeten, teilte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif mit. Der Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds erhalten. Kritiker werfen dem iranischen Regime Vertuschungsversuche vor, die die Lage im Land noch verschlimmert hätten.

Bis zu 90 Kilometer: Italien empört über Lkw-Megastaus am Brenner

16.05 Uhr: Die italienische Regierung ist empört über die Lastwagen-Behinderungen am Brenner. Weil Österreich wegen der Ausbreitung des Coronavirus strikte Grenzkontrollen eingeführt hat, stauten sich die Lkw zeitweise auf bis zu 90 Kilometer. "Wir erwarten, dass Österreich bis heute Abend zur Normalität zurückkehrt", erklärte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Donnerstag. Die meisten Ladungen seien für Deutschland und Nordeuropa bestimmt und nur für den Transit durch Österreich. Daher müsse so schnell wie möglich wieder Normalität im Schienen- und Straßenverkehr hergestellt werden. Rom habe die EU-Kommission zum Eingreifen aufgefordert.

Nachdem ganz Italien zur Sperrzone erklärt wurde, werden an den österreichischen Grenzübergängen wie am Brenner alle Einreisenden kontrolliert. Auch der Flug- und Personenzugverkehr zwischen Österreich und Italien ist komplett eingestellt. Der Brenner ist eine der wichtigsten Routen für den Güterverkehr von Italien in Richtung Deutschland.

Arbeitsminister Hubertus Heil hat sich Corona-Test unterzogen

15.43 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bleibt wegen Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorerst zu Hause. "Er hat sich selbst einem Test unterzogen, dessen Ergebnis noch offen ist", sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin. "Als Vorsichtsmaßnahme hat der Minister entschieden, vorerst von zu Hause aus zu arbeiten."

Norwegen führt verpflichtende Quarantäne für Auslandsreisende ein

15.36 Uhr: Auch Norwegen fährt seine Sicherheitsmaßnahmen hoch. Wie die Regierung in Oslo am Donnerstagnachmittag bekanntgab, müssen sich Reisende, die sich außerhalb der skandinavischen Länder aufhalten, bei ihrer Rückkehr verpflichtend in Quarantäne begeben.

Tschechien schließt Grenzen, Slowakei verhängt Einreiseverbot für fast alle Ausländer

15.28 Uhr: Die tschechische Regierung schließt wegen der Coronavirus-Krise ihre Grenzen für Reisende aus Deutschland und 14 weiteren „Risiko“-Ländern. Regierungschef Andrej Babis rief am Donnerstag in Prag einen 30-tägigen Notstand aus und kündigte den Einreisebann unter anderem auch für Reisende aus Frankreich, Italien und Großbritannien an. „Wir haben auch tschechischen Staatsbürgern verboten, (…) in diese Risikogebiete einzureisen“, fügte er hinzu.

Einreisen sind dem Regierungschef zufolge auch aus dem Iran, aus China, Südkorea, Spanien, Österreich, der Schweiz, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Belgien und Dänemark verboten. Babis kündigte auch ein Verbot für Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit mehr als 30 Menschen an. Restaurants werden demnach zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr morgens geschlossen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen.

Auch die Slowakei will ihre Grenzen für „fast alle Ausländer“ vorerst schließen. Das gab die Regierung in Bratislava am Donnerstagnachmittag bekannt.

Niederländische Regierung verbietet Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen

15.32 Uhr: In den meisten deutschen Bundesländern sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen mittlerweile untersagt – die Niederlande geht jetzt noch einen Schritt weiter: Wie Premierminister Mark Rutte am Donnerstagnachmittag erklärte, seien in dem deutschen Nachbarland ab sofort alle Veranstaltungen untersagt, die mehr als 100 Gäste haben. Die Maßnahme soll mindestens bis Ende des Monats gelten.

Brasiliens Präsident Bolsonaro wird überwacht und auf Corona-Infektion getestet

15.21 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert und wird derzeit von Medizinern überwacht. Das berichtet die brasilianische Tageszeitung „Estadao de Sao Paulo“. Demnach weise einer seiner engsten Mitarbeiter Grippesymptome auf. Bolsonaro hatte sich erst am Samstag mit US-präsident Donald Trump getroffen. AFP Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro

Söder schließt Schul- und Kitaschließungen in Bayern nicht aus

14.45 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die massenhafte Schließung von Schulen und Kindertagesstätten in seinem Bundesland nicht ausschließen. „Ich will vorbereitet sein“, sagte Söder am Rande der Konferenz der Ministerpräsidenten (KMK) in Berlin. Söder wolle am Freitagvormittag eine Entscheidung treffen, sagte der Ministerpräsident. Zunächst wolle er aber das Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) später am Nachmittag abwarten.

Andere Bundesländer hätten zu dem Thema auch situationsbedingt unterschiedliche Ansichten, sagte der Ministerpräsident. Söder versprach außerdem eine „Notfallbetreuung“ für Eltern in wichtigen Berufen, wie etwa im Pflegebereich.

US-Studie: Virus hält sich bis zu 72 Stunden auf Oberflächen

14.19 Uhr: US-amerikanische Wissenschaftler ermittelten jetzt in einer neuen Studie, wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen halten kann. Auf Kunststoff und Edelstahl überlebt Sars-CoV-2 demnach bis zu drei Tage lang. In Aerosolen der Luft ließ sich der Erreger in der Regel schon nach etwa drei Stunden nicht mehr nachweisen, diese gelangen über Niesen oder Husten in die Luft. Die Wissenschaftler des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CDC fanden auch Paralleleln zum Erreger der Sars-Epidemie von 2003, Sars-CoV-1. Beide Viren hätten ähnliche Halbwertszeiten in Aerosolen, ebenso auf Stahl und Kunststoff.

Auf Pappe oder Karton hielt sich das neue Coronavirus mit 24 Stunden stattdessen länger als Sars-CoV-1, dieser überlebte dort nur acht Stunden.

Enkeltrick: Polizei warnt vor Coronavirus als Betrugsmasche

13.48 Uhr: Die Polizei Osnabrück warnte jetzt vor einer neuen Betrügerfalle. In einer Abwandlung des "Enkeltricks" könnten vermeintliche Verwandte anrufen, die Geld verlangen, weil sie in einer Notlage seien – sei es, dass sie behaupten, Geld für eine Behandlung zu benötigen oder Kost und Logis bezahlen zu müssen, weil sie in Quarantäne seien. Vor allem ältere Menschen werden mit dem Enkeltrick hereingelegt.

In Leipzig hatten bereits zwei Trickbetrüger ein Rentnerehepaar um einen fünfstelligen Betrag gebracht. Sie hatten die Senioren dazu bewegt, 11.000 Euro in einer Mülltonne zu deponieren, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Eine Anruferin hatte sich dem Ehepaar gegenüber am Mittwoch als Enkelin ausgegeben. Sie bat darum, ihr 11.000 Euro zukommen zu lassen. Kurz darauf rief ein vermeintlicher Mitarbeiter des Landeskriminalamtes an und verlangte, ihn bei Ermittlungen gegen eine Betrügerin zu unterstützen. Das Ehepaar hinterlegte das Geld in einer Mülltonne. Als die beiden später nachsahen, war es weg. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

Topmeldung (13.35 Uhr): Auch in Spanien hat sich nun eine Ministerin der Regierung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Gleichstellungsministerin Irene Montero sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Regierung am Donnerstag in Madrid mit. Nun würden alle Regierungsmitglieder auf das Coronavirus getestet. Auch das spanische Königspaar wird getestet – Königin Letizia hatte erst vor kurzem Kontakt mit der Ministerin. 

Vize-Regierungschef Pablo Iglesias, der Lebensgefährte von Montero, sei bereits in Quarantäne. Iglesias ist der Vorsitzende der linksgerichteten Partei Podemos, die mit den Sozialisten von Regierungschef Pedro Sánchez und weiteren kleineren Parteien eine Minderheitsregierung in Madrid stellt. Montero ist Mitbegründerin der Podemos-Bewegung und schon lange Iglesias' Lebensgefährtin. Montero und Iglesias gehe es „gut“, gab die Regierung zu deren Gesundheitszustand bekannt.

Spanien ist nach Italien eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Vor allem in der Hauptstadtregion Madrid häufen sich die Fälle. Bis Mittwoch waren 2140 Infektionen registriert, 48 Menschen starben bis dahin an dem Coronavirus.

13.33 Uhr: Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer (CDU), hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die Corona-Krise politisch zu missbrauchen. „Insgesamt halte ich diese Maßnahmen für überzogen“, sagte Beyer zu FOCUS Online. „Zudem ist es nicht schlüssig, warum Großbritannien vom Einreise-Stopp ausgenommen ist. Großbritannien ist nicht mehr in der EU, gehört aber geografisch meines Wissens immer noch zu Europa. Es scheint sich hier also vor allem um eine politische Entscheidung zu handeln.“

Beyer weiter: „Die Corona-Epidemie politisch zu missbrauchen, ist kritikwürdig und bedenklich“. Der Transatlantik-Korrdinator bezeichnet die Aussage Trumps, Europa habe Flüge aus China nicht früh genug gestoppt, als „Fehlinformation“. Vielmehr wolle der US-Präsident von den Schwächen des US-amerikanischen Gesundheitssystems abzulenken, mutmaßt Beyer: „In den USA ist die Dunkelziffer der Corona-Fälle vermutlich hoch, weil die Menschen dort bisher kaum getestet wurden.“

12.14 Uhr: Auf Mallorca ist zum ersten Mal ein mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Die 59 Jahre alte Frau sei in der Nacht zum Donnerstag im Universitätskrankenhaus Son Espases in Palma ums Leben gekommen, teilten die zuständigen Behörden der spanischen Urlaubsinsel mit. Die Patientin hatte den Angaben zufolge Vorerkrankungen.

Mallorca und die anderen Balearen-Inseln sind von der Epidemie im Vergleich zu anderen Regionen Spaniens bisher relativ wenig betroffen. Nach amtlichen Angaben gab es bis Donnerstag insgesamt 17 Fälle. In ganz Spanien zählten die Behörden bisher rund 2200 Infektionen. Die Frau auf Mallorca war das 56. Todesopfer in Spanien.

11.23 Uhr: Der oberbayerische Autozulieferer Webasto, bei dem Ende Januar der erste Corona-Infizierte in Deutschland festgestellt wurde, sieht sich auf dem Weg zur Normalität. „Inzwischen ist die Produktion an allen unseren chinesischen Standorten außerhalb der Provinz Hubei wieder in eingeschränktem Maße angelaufen“, sagte Webasto-Chef Holger Engelmann der Wirtschaftswoche.

„Nach letzten offiziellen Informationen der chinesischen Regierung könnten auch unsere Werke in Xiangyang und Wuhan in dieser Woche wiedereröffnet werden.“ Der Hersteller von Schiebedächern und Ladetechnik für Elektroautos hat weltweit mehr als 50 Standorte. „Aktuell konzentrieren wir uns auf die Sicherung unserer Kundenprojekte und Lieferketten“, sagte Engelmann der Wirtschaftswoche. Die weitere Entwicklung bei Webasto sei vor allem davon abhängig, wie es bei den Automobilherstellern weitergeht. „Je nachdem, wie schnell deren Werke dort wieder normal arbeiten, werden auch die Abfragen nach unseren Produkten wieder anziehen.“

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