Keine Tests, keine Masken und eine Drohung: Schwere Vorwürfe gegen bayerische Firma

Keine Tests, keine Masken und eine Drohung: Schwere Vorwürfe gegen bayerische Firma

Schwere Vorwürfe gegen eine Metallbaufirma in Oberbayern. Nicht nur sollen sämtliche Corona-Auflagen ignoriert worden sein, auch positive Fälle wollte man demnach verschweigen. Als eine Mitarbeiterin anonym an die Öffentlichkeit ging, soll sie im firmeninternen Chat beschimpft und bedroht worden sein.

Der Fall schlägt immer höhere Wellen: Zunächst ging eine Mitarbeiterin der Metallbaufirma Pröbst in Wartenberg (westlich des Flughafens München gelegen) an die Presse. Sie machte schwere Corona-Vergehen öffentlich. Über den Vorfall berichtet der „Erdinger Anzeiger“.

Laut der Schlosserin seien positive Corona-Fälle bewusst „totgeschwiegen“ und auch die Maskenpflicht im Betrieb ignoriert worden. Den Mitarbeitern, die sich anschließend freiwillig testen lassen wollten, sei zudem mit Ärger gedroht worden. In Baustellenbussen seien sie teils zu sechst gefahren – ohne Maske, schilderte die Mitarbeiterin. Nach Erscheinen des Artikels habe sich ein weiterer Angestellter telefonisch bei der Zeitung gemeldet und sämtliche Vorwürfe bestätigt.

Geschäftsführer bestreitet Vorwürfe, gibt aber Drohungen zu

Die Anwältin des Geschäftsführers bestritt die Anschuldigungen. „Die Mitarbeiter wurden lediglich über die Vorgaben des Gesundheitsamtes informiert, wann man sich testen lassen soll; im Krankheitsfalle oder bei Kontakt zu einem positiv Getesteten als Kontaktperson 1, nicht aber vollkommen grundlos“, teilte sie der Zeitung mit. Hintergrund sind mögliche falsch-positive Tests und damit verbundene „unnötige Quarantänemaßnahmen und folglich Probleme in den Arbeitsabläufen […], die möglichst zu vermeiden sind“.

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Auch der Geschäftsführer widersprach zunächst den Vorwürfen, gab in einem Telefonat mit der Zeitung dann allerdings doch zu, den Mitarbeitern mit Ärger gedroht zu haben – und zwar, „wenn man sich freiwillig, kontakt- und symptomfrei, testen lässt“. Sich dann testen zu lassen, würden auch die Gesundheitsämter nicht für sinnvoll erachten.

Chef im internen Chat: „Wer mir den Verräter liefert, bekommt 1000 Euro Cash“

Den Namen der Mitarbeiterin, die an die Presse ging, wollte er dann aber doch gerne herausfinden. In einem internen Firmen-Chat, der dem „Erdinger Anzeiger“ vorliegt, soll er demnach geschrieben haben: „Wer mir den Verräter liefert, bekommt 1000 Euro Cash.“

Die Mitarbeiterin lässt sich nach eigenen Angaben davon nicht beirren. Sie sei noch in der Probezeit und wolle eh nicht weiter für „ein solches Unternehmen“ arbeiten. Sie werde stattdessen Anzeige wegen Nötigung erstatten.

Anmerkung: Die Firma läuft noch unter dem Namen Pröbst. Bürgermeister Christian Pröbst hat damit nichts mehr zu tun. Er verkaufte die Firma kurz nach seinem Amtsantritt. Sie gehört mittlerweile zur Stegerer GmbH Metallbau aus Regenstauf im Kreis Regensburg.

Zweite Anmerkung: Die Firma Probst hat sich auf Anfrage von FOCUS Online bislang nicht zu den Vorfällen geäußert. Sollte eine Stellungnahme vorliegen, wird der Artikel umgehend ergänzt.

  

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