Handschmerzen können auf Gicht hindeuten – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Gicht auch in den Händen?

Gicht ist eine schmerzhafte Form der Arthritis, die normalerweise die Gelenke im unteren Teil des Körpers betrifft. Bei den meisten Betroffenen tritt die Krankheit am Fuß auf, häufig am Grundgelenk des großen Zehs. Können aber auch die Hände betroffen sein? Und was kann man dagegen unternehmen?

Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf dem Portal „gesundheitsinformation.de“ erklärt, ist Gicht die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung (Arthritis) in Industrieländern wie Deutschland. Die Krankheit tritt meist am großen Zeh auf, aber auch Knöchel oder das Knie können betroffen sein. Und auch die Hände.

Wenn nicht genug Harnsäure ausgeschieden wird

Wie der Rheumatologe Chad Deal in einem Beitrag der renommierten Cleveland Clinic (USA) erläutert, wurden Gichtanfälle in fast jedem Gelenk dokumentiert, einschließlich der Finger, Handgelenke und Ellbogen. Bei Gelenkschmerzen in den Fingern und Händen sollte daher auch die Möglichkeit eines Gichtanfalls bedacht werden.

Zu Gichtanfällen kommt es bei hohem Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure ist ein Abbauprodukt der sogenannten Purine, einem Bestandteil wichtiger Grundstoffe des Körpers, der Nukleinsäuren, erläutert das IQWiG. Harnsäure wird mit dem Urin ausgeschieden. Doch bei manchen Menschen scheiden die Nieren nicht genug davon aus, weshalb der Harnsäurespiegel im Körper ansteigt.

Wenn er einen bestimmten Grenzwert überschreitet, kann die Harnsäure Kristalle bilden, die sich im Körpergewebe ablagern. Die Kristalle sammeln sich meist in den Gelenken, wo sie einen Gichtanfall mit Gelenkschmerzen und Schwellungen auslösen können.

Behandlung mit Arzneimitteln

Die Kurzzeitbehandlung zielt laut dem Rheumatologen Deal darauf ab, die Symptome zu lindern, häufig mit einem nichtsteroidalen Antirheumatikum (NSAR) oder dem Arzneimittel Colchicin. Langfristiges Ziel ist es, nachfolgende Anfälle zu verhindern, indem der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt und konstant niedrig gehalten wird. Dies geschieht mit Medikamenten wie Allopurinol.

Häufig wird Betroffenen geraten, Arzneimittel zur Senkung der Harnsäure weiterhin einzunehmen, um künftige Gichtanfälle zu verhindern. Dafür muss jedoch eine Ärztin oder ein Arzt zunächst den Harnsäurespiegel der Patientin oder des Patienten testen, um sicherzustellen, dass die richtige Dosis eines Harnsäure senkenden Medikaments verschrieben wird.

Gichtanfällen vorbeugen

Auch andere Maßnahmen können dazu beitragen, dass es nicht mehr – oder nicht mehr so oft – zu Gichtanfällen kommt. Wichtig ist hier vor allem die richtige Ernährung. Im Falle von Gicht bedeutet das vor allem: Betroffene sollten möglichst auf Lebensmittel verzichten, die viel Purin enthalten, erläutert die Deutsche Rheuma-Liga auf ihrer Webseite.

Viele Fleischsorten, Meeresfrüchte sowie Hülsenfrüchte haben einen hohen Purin-Gehalt. Als Faustregel gilt: Gicht-Patientinnen und -Patienten sollten Lebensmittel mit einem Purin-Gehalt von mehr als 150 Milligramm pro 100 Gramm meiden. Zudem sollten Betroffene mit Alkohol äußerst vorsichtig sein, denn der lässt die Harnsäurekonzentration im Blut steigen. Gleiches gilt auch für Fruchtzucker enthaltende Getränke.

Außerdem ist Übergewicht ein wesentlicher Risikofaktor. Auf allzu radikale Diäten sollten Gicht-Erkrankte allerdings verzichten, denn Fasten kann Gichtanfälle sogar auslösen. Ratsam sind viel Bewegung sowie eine gesunde Ernährung. (ad)

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