Gibt es einen Trend zu „natürlicher Verhütung“?

Gibt es einen Trend zu „natürlicher Verhütung“?
Lady,Cycle, My NFP, Clue und viele andere – der Markt für Verhütungsapps und Zykluscomputer ist unüberschaubar. In den letzten Jahrenscheint es hier einen wahren Boom gegeben zu haben. Viele Frauen scheinen „pillenmüde“ zusein und sich daher nach alternativen Verhütungsmethoden umzusehen. Stimmt das?Wenn ja, woran liegt das? Und wie steht es mit der Aufklärung über die jeweiligen Methoden? Wir haben Dr. med. Petra Frank-Herrmann vonder Universitätsfrauenklinik Heidelberg gefragt, die auf der Interpharm einenVortrag zum Thema „natürlich verhüten“ halten wird.

DAZ.online: Das Thema Ihres Interpharm-Vortrags lautet „ ‚Natürlich‘verhüten – Was Verhütungsapps und Zykluscomputer leisten können“. Stimmt dasGefühl, dass natürlich verhüten ein bisschen im Trend liegt und sich immerFrauen nach Alternativen zur hormonellen Verhütung umschauen und wenn ja, woranliegt es?

Frank-Herrmann: Ichdenke, es stimmt. Die Ursache liegt vor allem an der Möglichkeit, im Internetentsprechende Informationen zu finden (Webseiten von NFP-Arbeitsgruppen,Blogger, Internetforen). Wir sehen das auch an der steigenden Nachfrage fürNFP-Beratung und den Buchverkäufen.

DAZ.online: Ist das Interesse an natürlicher Verhütungaltersabhängig oder besteht das quer durch alle Altersklassen?

Frank-Herrmann: DerEinstieg in die Anwendung der natürlichen Verhütung (NFP / NatürlicheFamilienplanung) erfolgt in ca. 2/3 der Fälle zwischen dem 20. und 30.Lebensjahr, oft nach mehrjähriger hormoneller Kontrazeption.

Am 15. und 16. Märzfindet in Stuttgart die Interpharm statt. Ein Themenblock deswissenschaftlichen Kongresses befasst sich mit dem Thema Frauengesundheit, unter anderem Verhütung.

Das volle Programm und weitere Informationen finden Sie hier.

DAZ.online: Haben Sie den Eindruck, dass Frauenärzteausreichend über Alternativen zur hormonellen Verhütung aufklären – auchproaktiv? Oder geschieht das nur auf Nachfrage, wenn die nicht erfolgt giltimmer noch der Automatismus „Verhütungswunsch = Pille“, zumindest wenn esmedizinischen Gründe gibt, die dagegen sprechen.

Frank-Herrmann: Da vieleZyklus-Apps und bestimmte NFP-Varianten unbrauchbar und unsicher sind, raten Frauenärztezu recht von diesen ab. Es gibt jedoch sichere Alternativen, über dieFrauenärzte noch zu wenig informiert sind und die sie deshalb nicht empfehlen.Es wäre Aufgabe der Frauenärzte, auch über die sicheren Methoden der natürlichenVerhütung zu informieren.

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