Fast 2000 Neuinfektionen mehr als vor einer Woche – aber positiver Trend bei Todesfällen

Fast 2000 Neuinfektionen mehr als vor einer Woche – aber positiver Trend bei Todesfällen

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiter fest im Griff. Die Mutationen aus Südafrika und Großbritannien breiten sich weiter aus. Derweil steigt die bundesweite Inzidenz erneut auf über 60. Alle wichtigen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie vom 22. Februar

  • Weltärztepräsident warnt vor Lockerung von Corona-Auflagen in Deutschland (06.13 Uhr)
  • Fast 2000 Corona-Neuinfektionen mehr als vor einer Woche – aber Zahl der neue Todesfälle sinkt (20.38 Uhr)
  • Schulen, Friseure, Geschäfte: Hier sehen Sie, welche Regeln nun in Ihrem Bundesland gelten

Corona-News im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

Premier Johnson will Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown vorstellen

07.18 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will am Montag einen Plan für das Ende des wochenlangen Corona-Lockdowns in England vorstellen. Johnson hat einen "vorsichtigen, aber unwiderrufbaren" Ausstieg angekündigt. Bereits bekannt ist, dass Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen vom 8. März an wieder Besuche eines ausgewählten Verwandten oder Freundes empfangen dürfen.

Erwartet wird, dass zum selben Termin die Schulen öffnen sollen. Zudem könnten zunächst Treffen zweier Haushalte im Freien sowie Outdoor-Aktivitäten wie Golf oder Tennis möglich sein. "Unsere Priorität ist es immer gewesen, Kinder zurück in die Schule zu bringen, da dies entscheidend für ihre Bildung und ihre mentale und körperliche Gesundheit ist", sagte Johnson laut einer Mitteilung. "Wir werden außerdem Wege schaffen, in denen Menschen sich sicher mit ihren Lieben treffen können."

Für Einzelhandel und Gastronomie dürfte es noch länger dauern, bis sie wieder öffenen dürfen. Alle weiteren Lockerungsschritte sollen abhängig sein vom erfolgreichen weiteren Fortschritt der Impfungen, einer überschaubaren Infektionslage sowie davon, dass sich gefährliche Corona-Varianten nicht weiter ausbreiten. dpa/Geoff Pugh/Daily Telegraph via PA Wire/dpa Boris Johnson hat einen „vorsichtigen, aber unwiderrufbaren“ Ausstieg angekündigt.

Ohne Masken, ohne Abstand? Bilder von CDU-Parteitag sorgen für Empörung

06.17 Uhr: Rund 100 Delegierte, ohne Masken, wenig Abstand: Bilder von einem Präsenzparteitag der CDU von Sachsen-Anhalt haben für Empörung gesorgt. Die Partei hatte am Samstag in einem Dessauer Golfhotel ihre Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen im Juni und die Bundestagswahl im September gekürt. Die Delegierten saßen dafür in einem Sitzungssaal mit Einzeltischen dicht aneinander, ihre Masken hatten die Parteimitglieder am Platz abgelegt. Dessau weist derzeit einen Inzidenzwert von 84,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf.

Als „maximal unsensibel und eine intellektuelle Zumutung“ bezeichnete FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki die Bilder gegenüber der „Bild“-Zeitung. SPD-Rechtsexperte Florian Post empörte sich gegenüber dem Blatt über eine „Doppelmoral“. In ganz Deutschland seien derzeit Schulen, Kinos und Kneipen geschlossen, sagte Post. „So verspielt Politik jede Glaubwürdigkeit.“

Allerdings: Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass die Parteien ihre Kandidaten bei Präsenzveranstaltungen wählen. Eine digitale Abstimmung gibt das deutsche Parteiengesetz derzeit nicht her. Auf eine Reform des Gesetzes hatten sich die Bundestagsfraktionen im letzten Sommer nicht einigen können. Auch die SPD von Sachsen-Anhalt hatte am Samstag deshalb einen Präsenzparteitag in Magdeburg abgehalten.

Die Landes-CDU betont außerdem, dass es ein strenges Hygiene-Konzept gegeben habe: Teilnehmer mussten einen negativen Corona-Test vorlegen oder wurden vor Ort getestet, außerhalb des eigenen Platzes galt Maskenpflicht, Gäste und Medienvertreter waren nicht zugelassen.

Der Parteitag zog aber auch noch aus einem anderen Grund Kritik auf sich: Auf der beschlossenen Wahlliste zur Bundestagswahl finden sich acht Männer und eine Frau, auf der Liste zur Landtagswahl ist nur eine Frau auf den ersten zehn Plätzen. Ministerpräsident Reiner Haseloff wurde zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Juni gewählt, Platz eins auf der Liste zur Bundestagswahl ging an die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer.

Weltärztepräsident warnt vor Lockerung von Corona-Auflagen in Deutschland

Montag, 22. Februar, 06.13 Uhr: Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor weiteren Lockerungen der Restriktionen gewarnt. Wer in Zeiten steigender Reproduktionswerte des Coronavirus über Lockerungen spreche, handele "absolut unverantwortlich", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Bei jeder Lockerung werde es einen "deutlichen Anstieg der Zahlen" geben. 

Sowohl die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz als auch der Reproduktionswert waren in Deutschland zuletzt wieder gestiegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Der R-Wert beschreibt, wieviele andere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Wenn der R-Wert auf einen Wert von mehr als 1,0 steigt, was zuletzt wieder der Fall war, nimmt die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu.

Montgomery erläuterte, bei einem R-Wert klar über 1,0 drohe bei der Ausbreitung des Virus wieder "exponentielles Wachstum": "Und genau das ist jetzt der Fall." Das Virus habe mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht. Es sei nicht nur ansteckender, sondern führe wahrscheinlich auch zu schwereren Krankheitsverläufen.  

Als Reaktion auf die Entwicklung forderte der Präsident des Weltärztebundes eine Beschleunigung der Impfungen. Impfstoffdosen, die in der ersten Prioritätsgruppe nicht abgerufen würden, müssten jetzt sofort in der zweiten Gruppe zum Einsatz kommen. "Wir dürfen uns hier nicht sklavisch an die Impfreihenfolge halten", mahnte der Mediziner. dpa/Guido Kirchner/dpa Frank Ulrich Montgomery

Fast 2000 Corona-Neuinfektionen mehr als vor einer Woche – aber Zahl der neue Todesfälle sinkt

20.38 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Sonntag binnen 24 Stunden 6742 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Der Trend der sinkenden Zahlen ist somit endgültig gebrochen. Denn am gleichen Tag der Vorwoche verzeichnete Deutschland 1981 neue Corona-Fälle weniger. Die Zahl der seit Pandemie-Beginn registrierten Infektionen stieg somit auf 2.388.830.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 311.098 (+303), 7924 Todesfälle (+1)
  • Bayern 428.292 (+1103), 12.104 Todesfälle (+14)
  • Berlin 126.898 (+73), 2728 Todesfälle (+1)
  • Brandenburg 74.844 (+245) 2.910 Todesfälle (+5)
  • Bremen 17.489 (+61), 328 Todesfälle (+1)
  • Hamburg 50.305 (+113), 1223 Todesfälle (+7)
  • Hessen 184.252 (+555), 5664 Todesfälle (+22)
  • Mecklenburg-Vorpommern 23.435 (+77), 692 Todesfälle (+3)
  • Niedersachsen 159.080 (+937), 4094 Todesfälle (+8)
  • Nordrhein-Westfalen 520.633 (+1.879), 12.622 Todesfälle (+26)
  • Rheinland-Pfalz 100.108 (+336), 2991 Todesfälle (+4)
  • Saarland 28.213 (+34), 860 Todesfälle (+1)
  • Sachsen 190.773 (+380), 7.448 Todesfälle (+3)
  • Sachsen-Anhalt 58.807 (+191), 2320 Todesfälle (+1)
  • Schleswig-Holstein 41.107 (+112), 1212 Todesfälle (+6)
  • Thüringen: 73.496 (+343), 2741 Todesfälle (+10)

Gesamtstand (21.02.2021, 20.25 Uhr): 2.388.830 (+6742), 67.748 Todesfälle (+113)

Stand Vortag (20.02.2021, 20.52 Uhr): 2.373.936 (+9143), 67.861 Todesfälle (+532)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.190.600 (+5.500). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 128.100.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,10 (Vortag: 1,07)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3057 (Vergleich zum Vortag: -22)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1732

(Vergleich zum Vortag: -18)

Außerdem meldeten die Länder 113 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dieser Wert gibt Hoffnung – waren es am vergangenen Sonntag noch 152 neue Corona-Tote. Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg auf 67.748 Todesfälle seit Beginn der Pandemie. Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Sonntagnachmittag mit 1,10 an (Vortag 1,07). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten. imago images/Chris Emil Janßen Eine Frau mit Maske geht durch die Flensburger Innenstadt.

Zu viele Fans: Polizei löst Line Dance-Aufführung in Ostseebad auf

20.25 Uhr: Im Ostseebad Kühlungsborn hat die Polizei am Sonntag wegen der Corona-Einschränkungen eine Line Dance-Vorführung gestoppt. Etwa 50 Aktive einer solchen Tanzgruppe hatten sich in der Innenstadt getroffen und getanzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Durch großen Andrang im Zuge des sonnigen Wetters blieben mehrere hundert Zuschauer auf dem Boulevard stehen, so dass sich eine größere Ansammlung bildete. Dabei seien die Kontaktabstände nicht mehr eingehalten worden. So mussten die "Line Dancer" ihre Aktivitäten abbrechen und die Besucher sich entsprechend der Vorgaben wieder anders verteilen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es wegen der Wochen-Inzidenz von landesweit rund 67 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner weiter strenge Beschränkungen, auch für öffentliche Kulturveranstaltungen. Im Landkreis Rostock, in dem Kühlungsborn liegt, betrug der Wert zuletzt 43,6.

Spahn: Öffnung von Schulen abwarten – Corona-Inzidenz unter 10 ist weit weg

19.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Forderungen nach einem zeitlich verbindlichen Plan für Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgewiesen und einen Neuinfektionswert von unter 10 als anstrebenswert dargestellt. "Alle wünschen sich einen Drei- und Sechs-Monatsplan, aber das geht halt gerade nicht. Ich finde, wir dürfen da keine falschen Versprechungen machen", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". dpa Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, nimmt an einem digitalen Town-Hall Meeting im Bundesgesundheitsministerium teil.

Zunächst will er auch angesichts der zunehmenden Verbreitung von Virusmutationen abwarten, wie sich die Öffnung weiterer Schulen und Kitas an diesem Montag auswirkt. "Es macht Sinn, miteinander – das ist ja das Gespräch mit den Ländern – Stufen zu definieren, ab wann der nächste Schritt gegangen werden kann. Aber die Wahrheit ist: Eine Inzidenz von unter 10, die ist jedenfalls in den allermeisten Regionen in Deutschland gerade ziemlich weit weg", sagte Spahn.

Die gemeinte Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche an. Sie liegt nach der Meldung des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen bei 60,2 – mit steigender Tendenz.

Über die geforderte höhere Priorisierung von Grundschul- und Kita-Personal bei der Impfung will Spahn am Montag noch mit den Gesundheitsministern der Länder reden, wie er sagte. Sie sei sein Ziel. Er rechne damit, dass der Prozess bis zu eine Woche dauere. Einen entsprechenden Prüfauftrag hatten die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer letzten Beratung am 10. Februar erteilt. Auch aus den Ländern und von Lehrerverbänden wurde die Forderung erhoben.

Müller kündigt Stufenplan zur Öffnung an – "ohne die Inzidenzwerte 10 oder 25"

18.06 Uhr: Der von Bund und Ländern versprochene Stufenplan für weitere Schritte in der Corona-Pandemie sollte sich nach Ansicht des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), nicht nur an der Zahl der Neuinfektionen orientieren. "Der Inzidenzwert bleibt wichtig, aber auch ein R-Wert deutlich unter 1 und eine sinkende Auslastung der Intensivmedizin werden wichtige Kriterien für nächste Lockerungsschritte sein", sagte Berlins Regierender Bürgermeister der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, sitzen im Bundeskanzleramt gemeinsam bei der Videokonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder zur Corona-Situation.

Der gemeinte Sieben-Tage-Inzidenzwert gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche an. Er lag nach den vom Robert Koch-Institut gemeldeten Zahlen am Sonntagmorgen bei 60,2 – mit steigender Tendenz.

Müller kündigte für die neue Woche "einen Vorschlag ohne die Werte 10 oder 25" an, wie sie von einigen vorgeschlagen wurden. In seinem Entwurf werde es vielmehr um Zeiträume mit Ansteckungsraten unter 35 oder 50 gehen. "Wenn Bundesländer stabil über mehrere Wochen diese Inzidenzen erreichen, können weitere Schritte in der Kultur und der Gastronomie folgen."

Angesichts der am Wochenende wieder gestiegenen Fallzahlen und der Gefahr durch Virusmutationen stellte er klar, der Stufenplan sei "keine Einbahnstraße in Richtung von Lockerungen". Der SPD-Politiker sagte: "Wir werden notfalls auch wieder Einschränkungen beschließen müssen, wenn die Zahlen wie in anderen europäischen Ländern wieder stark steigen." Die Regierungschefs der Bundesländer und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten am 10. Februar bekräftigt, eine Öffnungsstrategie erarbeiten zu wollen.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans bestand am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" auf einem "rechtssicheren" Stufenplan, der erkennen lasse: "Wenn das eintritt, dann wird es Einschränkungen geben. Und wenn Werte unterschritten werden, dann habe ich die Möglichkeit, eben auch wieder zu lockern und zu einem normalen Leben zurückzukehren." Merkel solle dabei "Orientierung geben". "Sie muss ein Verfahren mitbestimmen, wie wir in den nächsten Schritten vorgehen."

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