Erster Deutscher an COVID-19 verstorben, Italien in der Krise

Erster Deutscher an COVID-19 verstorben, Italien in der Krise

Mit mehr als 900 Infektionen hat sich das neuartige Coronavirus in vielen Regionen Deutschland ausgebreitet. Nun stirbt in Ägypten der erste deutsche Staatsbürger: ein 60 Jahre alter Mann, der über Luxor in den Strandort Hurghada gereist war. Steckte er sich in Ägypten an? In Italien hat sich die Krise indes verschärft: Per Dekret hat die Regierung weite Teile des Nordens abgeriegelt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfiehlt, Großveranstaltungen abzusagen.

Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es ist zugleich der erste Todesfall im Zusammenhang mit COVID-19 in Afrika. Aus welchem deutschen Bundesland der Mann stammte, blieb zunächst unklar.

Der Mann sei aus der bei Touristen beliebten Stadt Luxor im Süden Ägyptens in den Strandort Hurghada gereist, teilte Ministeriumssprecher Chalid Megahid mit. Nach seiner Ankunft habe er eine erhöhte Temperatur gehabt und sei im Krankenhaus positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Der Mann sei auf der Intensivstation behandelt worden und habe sich geweigert, in eine andere Klinik verlegt zu werden. Sein Zustand habe sich zunehmend verschlechtert, am Sonntag sei er verstorben. Wo der Urlauber sich ansteckte, blieb zunächst unklar. Ägypten, mit 100 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas, meldete bisher 48 Nachweise. Darunter waren 45 Menschen von Bord eines Kreuzfahrtschiffs, das auf dem Nil in Oberägypten unterwegs war.

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Indes spitzt sich die Krise um die COVID-19-Epidemie in Italien dramatisch zu. Die Regierung greift nun noch drastischer durch, um die Verbreitung des Virus zu stoppen. Große Teile des wirtschaftlich starken Nordens werden gesperrt. Die Regierung in Italien hat die gesamte Region Lombardei sowie 14 weitere Provinzen per Dekret abgeriegelt und damit Chaos ausgelöst. 16 Millionen Menschen in der Region Lombardei mit der Metropole Mailand und in Städten wie Venedig oder Parma dürften nur noch bei triftigen Gründen aus der Gegend hinaus oder in sie hinein, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. Auch innerhalb der Sperrgebiete dürften sich die Menschen nur noch eingeschränkt bewegen. In Süditalien warnten Regionen vor einen Ansturm von Menschen aus dem Norden. Die Regierung erklärte, Touristen in der Sperrzone könnten ausreisen und sollten das direkt tun.

Conte bestätigte weitreichende Verbote für das ganze Land. Alle Kinos, Theater, Museen, Sportclubs, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen müssen schließen oder fallen aus. Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum und die Vatikanischen Museen sind nun bis auf Weiteres geschlossen. Das traditionelle Angelusgebet von Papst Franziskus gibt es nur noch als Videoübertragung. Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählten die Behörden 5883 Menschen mit einer nachgewiesenen Infektion. Mehr als 230 von ihnen sind gestorben.

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