Ernährung: Grenzwerte für Transfette in Lebensmitteln werden verschärft – Heilpraxis

Ernährung: Grenzwerte für Transfette in Lebensmitteln werden verschärft – Heilpraxis

Strengere Regeln für Transfette in Lebensmitteln

Transfettsäuren gelten als die ungesündesten Fette in der Ernährung. Sie werden häufig in Lebensmitteln wie Backwaren, Fast Food, Pommes frites, Fertiggerichten, Süßwaren und Snacks verwendet, um die Konsistenz von Fetten zu verändern. Bei regelmäßigem Konsum können Transfette das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und für koronare Herzkrankheit erhöhen. Nun sollen in der EU verschärfte Grenzwerte für die Verwendung von Transfetten eingeführt werden.

Ab 2. April 2021 gelten in der Europäischen Union nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Grenzwerte, die den Gesamtkonsum von Transfettsäuren senken sollen. Demnach dürfen Transfette in Lebensmitteln nicht mehr als zwei Prozent des Fettanteils ausmachen.

Ab April 2021 gelten neue Grenzwerte für Transfette

Bereits im April 2019 beschloss die Europäische Kommission eine neue Obergrenze für Transfette in Lebensmitteln, die am 2. April 2021 in Kraft tritt. Demnach darf ein Produkt nur noch zwei Gramm industriell hergestellte Transfette pro 100 Gramm Fett enthalten. Die Grenzwerte basieren auf einer Reihe von wissenschaftlichen Studien, unter anderem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die gezeigt haben, dass die Aufnahme von Transfettsäuren so gering wie möglich sein sollte, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Neuanfang in der Debatte um Transfette?

Die EU folgt damit den Empfehlungen der WHO, die Transfette bis zum Jahr 2023 weitgehend aus Lebensmitteln verbannen will. Die ölsaatenverarbeitende Industrie begrüßt zwar den neuen Grenzwert, stößt aber gleichzeitig einen Neuanfang in der Debatte um Transfette an.

So schreibt Jaana Kleinschmit von Lengefeld, die Präsidentin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland: „Noch immer geistert das Märchen von den bösen Transfetten in unseren Lebensmitteln durch die Medien.“ Dabei sei dies schon seit Jahren kein Thema mehr. Dieser Transfette-Mythos schädige die Wirtschaft und verunsichere Verbraucherinnen und Verbraucher, betont die OVID-Präsidentin.

Transfette werden in Deutschland bereits seit 2012 reduziert

Laut Kleinschmit von Lengefeld werden in Deutschland bereits seit dem Jahr 2012 Transfette durch Pflanzenölmischungen ersetzt, die im Rahmen eines vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) koordinierten Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) entstanden sind. Importwaren aus dem Ausland können aber immer noch hohe Anteile von Transfetten enthalten, wie eine Auswertung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigte.

Ölsaatenverarbeitende Industrie fordert Abschaffung der Kennzeichnung

Aufgrund der neuen Grenzwerte fordert die ölsaatenverarbeitende Industrie die Abschaffung der gesonderten Kennzeichnung von gehärteten Fetten in Lebensmitteln. „Der neue Grenzwert schützt Verbraucher vor hohen Transfett-Gehalten und macht die gesetzliche Härtungskennzeichnung überflüssig“, argumentiert Kleinschmit von Lengefeld. Ihrer Meinung nach verwirrt die Kennzeichnung die Konsumentinnen und Konsumenten und behindert den „Einsatz innovativer, ernährungsphysiologisch optimierter Fettmischungen“.

Transfette in einigen Ländern bereits verboten

In einigen anderen Ländern wie in den USA und Kanada wurden Transfette in Lebensmitteln bereits komplett verboten. Die Heart and Stroke Foundation of Canada schreibt über Transfette: „Sie erhöhen Ihr schlechtes Cholesterin (LDL) und senken das gute Cholesterin (HDL), was den Aufbau von Fettablagerungen begünstigt, die Ihre Blutgefäße verstopfen und zu einem Herzinfarkt führen können.“ Viele Lebensmittel, die Transfette enthalten, werden besonders gerne von Kindern verzehrt. Die Lebensmittelindustrie in Kanada habe sich nicht an freiwillige Vorgaben gehalten. Ein Verbot sei deshalb notwendig. (vb)

Mehr Informationen über Transfettsäuren finden Sie in dem Artikel: Gehärtete Fette – Transfette.

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