Drosten verteidigt RKI nach Wirbel um Impfquote: Aufregung komplett umsonst

Drosten verteidigt RKI nach Wirbel um Impfquote: Aufregung komplett umsonst

Am Mittwochmorgen meldet das RKI 11.903 Corona-Neuinfektionen, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 65,4. Währenddessen hat sich der Anteil an Geimpften auf Intensivstationen erhöht. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 13. Oktober

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Ursprung der Covid-Pandemie: China will Blutproben aus Wuhan analysieren

07.15 Uhr: Laut dem US-Sender "CNN" startet China eine Analyse von Tausenden Proben aus der Blutbank in Wuhan. Die Untersuchung soll helfen, den Auslöser für die weltweite Covid-19-Pandemie zu finden.

Konkret geht es dabei um bis zu 200.000 Blutproben, die auch aus der Anfangszeit der Pandemie stammen. In der chinesischen Stadt Wuhan wurde Covid-19 erstmals offiziell nachgewiesen. Seitdem wird über den Ursprung der Erkrankung heiß diskutiert. Cheng Min/XinHua/dpa

Inwiefern China die Ergebnisse der Analyse der Weltöffentlichkeit transparent mitteilen wird, bleibt indes offen. In der Vergangenheit zeigte sich das autoritär regierte Land wenig kooperativ. So lehnte China im Juli 2021 die Kontrolle der eigenen Labore durch die WHO ab. Hintergrund war die Theorie, dass das Virus aus einem Labor stammen könnte. China weist diese Theorie vehement zurück.

Ärzte erklären, wer die geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen sind

06.44 Uhr: Auf den Corona-Intensivstationen in Deutschland gibt es nach Angaben von Medizinern fast keine gegen Covid-19 geimpften Patienten ohne Vorerkrankung. Die allermeisten seien gar nicht oder nicht vollständig geimpft", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die geimpfte Minderheit bestehe zu großen Teilen aus älteren Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege. "Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten." Bild: picture alliance/dpa/Fabian Strauch Eine Krankenpflegerin kümmert sich um einen Corona-Patienten auf der Intensivstation (Symbolbild).

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war ungefähr jeder zehnte der Patienten, die im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelt wurden, vollständig geimpft. Das geht aus einer Ende September übermittelten Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor, die am Dienstag bekanntgeworden war.

Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen bezeichnete der Divi-Präsident als aktuell relativ stabil. "Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten. Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Marx. "Wir sind inzwischen handlungsfähig und haben im Schnitt zwei freie Intensivbetten pro Standort."

Von einer Entspannung könne aber keine Rede sein. Weiterhin sei Covid-19 für die Intensivmedizin eine große Belastung; die Lage auf den Intensivstationen werde inzwischen aber "nicht mehr immer und zu allererst von Corona bestimmt", so Marx. "Wir sind in einer sehr offenen Situation, Prognosen für die kommenden Monate sind kaum möglich."

RKI registriert 11.903 Neuinfektionen – Inzidenz jetzt bei 65,4

Mittwoch, 13. Oktober, 06.03 Uhr: Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 65,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 65,8 gelegen, vor einer Woche bei 62,3 (Vormonat: 81,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.903 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.547 Ansteckungen gelegen. Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 76 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.330.258 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 1,70 (Montag: 1,58) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.116.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.389.

Slowakei beginnt Corona-Impfungen von Risiko-Kindern ab fünf Jahren

19.51 Uhr: Die Slowakei bereitet die Impfung bestimmter Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen Covid-19 vor. Die ersten Impfungen könnten "noch in dieser Woche" erfolgen, erklärte Ministeriumssprecherin Zuzana Eliasova am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Zwar gibt es dafür noch keine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA, doch Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky hatte für die Impfung der Kinder ab fünf eine Ausnahmegenehmigung erlassen.

Eliasova wies allerdings darauf hin, dass Impfungen dieser Altersgruppe nur in speziellen Risikofällen und auf schriftlichen Antrag der Eltern erlaubt sein werden. Die Ausnahmegenehmigung gelte nur für Kinder, denen im Falle einer Erkrankung an Covid-19 eine außerordentlich hohe Gefahr drohe, daran zu sterben oder besonders schwerwiegende Folgen zu erleiden.

Die Impfungen dürften nur in drei speziell ausgestatteten Krankenhäusern des Landes erfolgen. Jeder einzelne Antrag müsse individuell geprüft und von einem Facharzt bewilligt werden.

Im September hatten missverständliche Berichte auch deutschsprachiger Medien den Eindruck erweckt, in der Slowakei würden systematisch auch Schulkinder unter zwölf Jahren gegen Covid-19 geimpft. Eliasova stellte demgegenüber klar, dass es bisher in der Slowakei noch keine einzige Impfung in dieser Altersgruppe gegeben habe.

Drosten verteidigt RKI nach Wirbel um Impfquote: Aufregung "komplett umsonst"

19.12 Uhr: In der Debatte um die Unsicherheit bei der Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin.

Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz "komplett umsonst", sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. Rechnen müsse man mit der Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen): Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und einer RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation "irrelevant". Die Begleitstudie, eine Umfrage, weise auch einige Einschränkungen auf.

Es war die 100. Folge des Podcasts. Das Format soll laut NDR in den kommenden Wochen mit kürzeren Folgen als zuletzt fortgesetzt werden. Im Kern halte er sein Projekt der wissenschaftlichen Informationsvermittlung auf diesem Weg jedoch für erledigt, seit Impfstoffe breit verfügbar seien, sagte Drosten. Die Wissenschaft habe geliefert. "Das Ganze ist jetzt Aufgabe der Politik."

In Dresden: Mann verlangt kostenlosen Corona-Test – als Mitarbeiter sich weigert, schlägt er zu

15.31 Uhr: Im Streit um einen kostenlosen Corona-Test hat ein Mann in einem Dresdner Testzentrum einen Mitarbeiter angegriffen. Der 43-Jährige verlangte am Montagnachmittag einen kostenfreien Test und begann darüber mit dem Personal zu diskutieren, wie die Polizei Dresden am Dienstag mitteilte.

Als er zum Verlassen des Testzentrums aufgefordert wurde, schlug er einen 41-jährigen Mitarbeiter. Alarmierte Polizeibeamte fertigten gegen den Angreifer Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs sowie Körperverletzung.

Seit Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos. Wer als Ungeimpfter beispielsweise ein Restaurant oder eine Veranstaltung besuchen will, der muss den dafür benötigten Corona-Test selber bezahlen. Ausnahmen gelten unter anderem für jene Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Dazu zählen beispielsweise Kinder unter zwölf Jahren.

Gefälschte Impfnachweise: Polizei im Kreis Heinsberg ermittelt gegen 33 Tatverdächtige

15.30 Uhr: Die Polizei im Kreis Heinsberg hat 33 Tatverdächtige ermittelt, die mit gefälschten Impfnachweisen in Apotheken ein Impfzertifikat bekommen wollten. Es handele sich überwiegend um Niederländer, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der versuchte Schwindel war in mehreren grenznahen Städten aufgefallen.

Die Mitarbeiter hatten die ihnen vorgelegten Nachweise als Fälschungen erkannt und die Polizei informiert. Die Vorfälle hätten sich in der vergangenen Woche ereignet, sagte eine Polizeisprecherin. Als Tatorte wurden Gangelt, Übach-Palenberg und Selfkant genannt. Die Polizei ermittele wegen Urkundenfälschung. Zuvor hatten WDR und "Aachener Zeitung" berichtet.

14.55 Uhr: Das Biotechunternehmen Curevac zieht seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurück. Wie das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mitteilte, war man davon ausgegangen, dass eine Zulassung bei der EMA frühestens im zweiten Quartal 2022 erfolgt wäre. Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung.

Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten der ersten Generation niedriger sei als die einiger anderer Impfstoffe. Das Tübinger Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde. Das Curevac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Damit ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Das Unternehmen will sich mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline (GSK) auf die Entwicklung eines weiteren Covid-19-Impfstoffs konzentrieren.

08.46 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) ruft Schwangere dazu auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Einrichtung hervor.

Demnach sind rund 20 Prozent der schwerkranken Corona-Patienten werdende Mütter. "Von allen Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren, die via ECMO beatmet werden müssen, machen Schwangere fast ein Drittel aus (32 Prozent)", heißt es im Bericht der NHS weiter. Sven Hoppe/dpa Die Impfquote in Deutschland könnte um einiges höher liegen, glaubt das RKI.

Auch Betroffene kommen darin zu Wort, beispielsweise die 33-jährige Claire. Die werdende Mutter infizierte sich mit dem Coronavirus und musste knapp einen Monat im Krankenhaus behandelt werden.

"Ich verstehe komplett, dass man zögert, sich impfen zu lassen, wenn ein Kind in einem heranwächst, und nachdem ich vor der Pandemie zwei Fehlgeburten hatte, ging meine Angst, schwanger zu sein, in Kombination mit der Sorge vor Corona durch die Decke", sagte sie der NHS.

Nach dem, was geschehen sei, überwiege der Nutzen der Anti-Covid-Spritze aber eindeutig ihre Zweifel daran. Auch Ärzte, die mit der Behörde sprachen, ermutigen Schwangere, sich immunisieren zu lassen.

"Wir rufen alle Schwangeren dringend dazu auf, sich für eine Impfung anzumelden. Es gibt belastbare Beweise dafür, dass der Impfstoff der effektivste Weg ist, Mutter und Kind vor einer potenziell schweren Erkrankung an Covid-19 zu schützen", sagte Edward Morris, Präsident des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, der NHS.

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