Die Pflege-Petition im Bundestag – verfolgen Sie hier die Anhörung im Livestream

Die Pflege-Petition im Bundestag – verfolgen Sie hier die Anhörung im Livestream

Die Anhörung ab 14 Uhr im Livestream:

Das erste Etappenziel der stern-Bundestagspetition für eine Pflege in Würde war bereits am ersten Mitzeichnungstag erreicht: Binnen 24 Stunden unterschrieben mehr als 50.000 Menschen und nahmen die entscheidende Hürde für eine Anhörung im Bundestag. Weitere Zehntausende Unterschriften kamen in den folgenden vier Wochen bis Mitte Februar dazu. Alle Stimmen sind nun ausgezählt. Insgesamt 328.221 Menschen unterstützen die Forderungen der Pflege-Petition.

Das ist viel Rückenwind für die heutige öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, bei der Regierungsvertreter und Mitglieder des Petitionsausschusses anwesend sind. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will teilnehmen.

Den Politikerinnen und Politikern Rede und Antwort steht stern-Reporter und Hauptpetent Dr. Bernhard Albrecht. Begleitet wird er von Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Themenbereichs Gesundheit bei der Robert Bosch Stiftung und selbst gelernte Pflegekraft. Zentrale Forderungen der Petition sind bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege, mehr Zeit für Patienten, Bewohner und eine echte Gesundheitsreform. Deren Ziel: eine konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen.

In Deutschland gelte: Je billiger die Pflege, desto höher der Gewinn, kritisiert Albrecht im Petitionstext. In den Krankenhäusern müssten Pflegende immer mehr Patientinnen und Patienten in immer kürzerer Zeit "durchschleusen". Schuld an der Situation seien der hohe ökonomische Druck und die Abrechnung nach Fallpauschalen. Mehr "Fälle" würden auch mehr Geld bedeuten. "Hauptsache, die Stationen sind voll – egal, ob gute Pflege möglich ist."

In der Diskussion über den Pflegenotstand gehe es um die Sicherheit von Patienten, um Leben, Tod, aber auch die Würde von Menschen, so Albrecht.

Lösungsansatz „Value-based Healthcare“

Ein Lösungsansatz kann seiner Ansicht nach "Value-based Healthcare" sein – werteorientierte Gesundheitsversorgung. Das System orientiert sich an langfristigen Behandlungsergebnissen und stellt nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Patienten- und Bewohnersicherheit an erste Stelle. Konzepte, die der Prävention von Pflegebedürftigkeit dienen, rücken in der Altenpflege in den Fokus. In sogenannten "Magnetkrankenhäusern" arbeiten Ärzte und Pflegekräfte auf Augenhöhe – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Das Klinik-Konzept stammt ursprünglich aus den USA, wo bereits 560 Krankenhäuser ein entsprechendes Zertifikat haben. In Deutschland gibt es derzeit 21 Anwärter. "Patienten erleiden an Magnetkrankenhäusern weniger Komplikationen, sterben seltener, werden schneller gesund", so Albrecht. "Value-based Healthcare erfordert, dass alle Berufsgruppen zusammen daran arbeiten, dass der Patient maximal profitiert."

Bernhard Albrecht wird in der Anhörung zunächst erneut die Forderungen der Petition vorstellen und im Anschluss gemeinsam mit Bernadette Klapper die Fragen der anwesenden Politikerinnen und Politiker beantworten. Ein abschließendes Votum über den Ausgang der Petition wird der Ausschuss heute jedoch nicht treffen. Das Votum wird in den kommenden Wochen erwartet.

Die Forderungen der Pflege-Bundestagspetition können Sie hier noch einmal im Wortlaut nachlesen. Weitere Informationen und Berichte über die Petition finden Sie hier. Ein Mittschnitt der Anhörung ist in der Mediathek des Deutschen Bundestags unter bundestag.de/mediathek abrufbar.

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