Depressionen und Ängste im Teenageralter erhöhen das Herzinfarkt-Risiko – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Folgen von Depression oder Ängsten im jungen Alter?

Wenn Menschen während ihrer Adoleszenz an Depressionen oder Angstzuständen leiden, ist dies mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Herzinfarkts im mittleren Teil des Lebens verbunden.

Bei einer Studie unter Beteiligung von Forschenden der Örebro University in Schweden hat sich gezeigt, dass Depressionen oder Angstzustände in der Adoleszenz später im Leben mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte verbunden zu sein scheinen. Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem diesjährigen ESC Congress 2020 präsentiert.

Über 230.000 Männer wurden untersucht

Die aktuelle Studie umfasste 238.013 Männer, welche alle zwischen dem Jahr 1952 und 1956 geboren wurden. Die Teilnehmenden nahmen in ihrer späten Adoleszenz im Rahmen ihrer Beurteilung für die Wehrpflicht an umfangreichen Untersuchungen teil. Die teilnehmenden Personen wurden dann bis zum Alter von 58 Jahren medizinisch überwacht. Die Beurteilungen im Alter von 18 oder 19 Jahren umfassten medizinische, psychiatrische und körperliche Untersuchungen.

Welche Rolle spielte die Stressresilienz?

In der aktuellen Studie wurde untersucht, ob Erkrankungen wie Depressionen in der Adoleszenz (im Alter von 18 oder 19 Jahren) mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter verbunden sind. Die Forschenden untersuchten zusätzlich auch die mögliche Rolle der sogenannten Stressresilienz (Fähigkeit zur Stressbewältigung im Alltag) bei der Erklärung etwaiger Zusammenhänge.

Wie wurde die Stressresilienz ermittelt?

Die sogenannte Stressresilienz wurde durch ein Gespräch mit einem Psychologen und einen Fragebogen gemessen und basierte auf familiären, medizinischen, sozialen, Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmalen, berichten die Forschenden.

Worauf sollten Eltern achten?

Eltern sollten bei ihren Kindern besonders auf Anzeichen von Stress, Depressionen und Angstzuständen achten, die über die normalen Ängste von Teenagern hinausgehen, raten die Forschenden. Wenn ein anhaltendes Problem vorliegt, sollten Eltern sich Hilfe holen, in Zeiten von COVID-19 könne beispielsweise eine spezielle Telefonberatung besonders hilfreich sein.

Darum ist ein gesunder Lebensstil so wichtig

Es ist wichtig einen gesunden Lebensstil bereits so früh wie möglich in der Kindheit und Jugend zu fördern, dadurch ist es wahrscheinlicher, dass dieser bis ins Erwachsenenalter anhält, was zu einer langfristigen Verbesserung der Gesundheit beiträgt, berichten die Forschenden.

34.503 Teilnehmer hatten psychische Probleme

Bei insgesamt 34.503 Männern wurde bei der Wehrpflicht eine nicht-psychotische psychische Störung (wie beispielsweise Depression oder Angstzustände) diagnostiziert. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden über eine Auswertung der Krankenakten der Krankenhäuser festgestellt, berichten die Forschenden.

Risiko für Myokardinfarkt erhöht durch psychische Störung

Die Studie ergab, dass eine psychische Störung in der Adoleszenz mit einem erhöhten Risiko verbunden war, bis ins mittlere Alter einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) zu erleiden. Im Vergleich zu Männern ohne psychische Erkrankung in der Adoleszenz war das Risiko eines Myokardinfarkts bei Männern mit einer entsprechenden Diagnose um zwanzig Prozent höher. Diese Ergebnisse blieben auch bei der Berücksichtigung anderer Merkmale in der Adoleszenz wie Blutdruck, Body-Mass-Index, allgemeiner Gesundheitszustand und sozioökonomischer Status der Eltern bestehen.

Der Zusammenhang zwischen psychischer Erkrankung und Herzinfarkt wurde teilweise – aber nicht vollständig – durch eine geringere Stressresilienz und eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit bei Teenagern mit einer psychischen Erkrankung erklärt, berichtet die Forschungsgruppe.

Nachteile einer geringeren Stressresilienz

Die Forschenden wussten bereits, dass Männer, die in der Jugend körperlich fit waren, in späteren Jahren weniger wahrscheinlich ihre Fitness behalten, wenn sie eine geringe Stressresilienz haben. Frühere Untersuchungen der Forschungsgruppe hatten gezeigt, dass mit einer geringen Stressresilienz auch eine stärkere Neigung zu Suchtverhalten einhergeht, welche durch ein höheres Risiko des Rauchens, Alkoholkonsums und anderen Drogenkonsums signalisiert wird.

Welche Rolle spielt körperliche Fitness?

Bessere Fitness in der Adoleszenz trägt wahrscheinlich dazu bei, vor späteren Herzkrankheiten zu schützen, insbesondere, wenn die Menschen im Alter fit bleiben, erläutern die Forschenden. Körperliche Aktivität könne auch einige der negativen Folgen von Stress lindern. Dies ist für alle Heranwachsenden von Bedeutung, aber diejenigen mit schlechterem Wohlbefinden könnten besonders von zusätzlicher Unterstützung zur Bewegungsförderung und Stressbewältigung profitieren. (as)

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