Apotheker soll Kassen um mehr als eine Million Euro betrogen haben

Apotheker soll Kassen um mehr als eine Million Euro betrogen haben
Vor dem Landgericht Frankfurt sind ein Apotheker und zwei seiner Kunden wegengewerbsmäßigen Betrugs zulasten Krankenkassen angeklagt. DerPharmazeut soll zwischen Januar 2010 und Dezember 2013 teureMedikamente abgerechnet haben, obwohl er sie nicht an Kunden abgegeben hatte. DerGesamtschaden wird auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Die Anklageschriftumfasst mehr als 1000 Seiten.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen(ZBVKG) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gegen einen 42-jährigenApotheker und zwei seiner Kunden im Alter von 39 bzw. 42 Jahren Anklage wegen gewerbsmäßigenBetruges erhoben. Insgesamt 48 Fälle benennt die 1.100 Seiten starkeAnklageschrift. Gegen weitere neun Kunden, die ebenfalls im Verdacht stehen,sich an den Betrugsstraftaten des Apothekers beteiligt zu haben, wird nochermittelt.

Der Apotheker soll der Anklage zufolge zwischen Januar 2010 und Dezember2013 gegenüber Krankenkassen Rezepte über hochpreisige Medikamente(Exjade, Ferriprox, Desferal, Humira, Betaferon, Privigen) abgerechnet haben. Und das, obwohl die Medikamente tatsächlich nicht an die Versicherten abgegebenwurden. Die Rezepte soll der Apotheker zuvor von den beiden mitangeschuldigten sowie weiteren Kunden bar angekauft haben – und zwar zu einemTeilbetrag des tatsächlichen Rezeptwertes. Teilweise tauschte er die Rezepteauch gegen andere Arzneimittel oder Kosmetika. Auf diese Weise soll der Pharmazeut mehr als 400 Rezepte im Gesamtwert von rund 2,9 Millionen Euro mit denKrankenkassen abgerechnet und hierbei einen Schaden in Höhe von circa 1,1 Million Euro verursacht haben.

Wie es in einer Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaftheißt, waren die Ermittlungen gegen die drei Personen im September 2013 nacheiner Strafanzeige der AOK Rheinland/Hamburg in Gang gekommen. Der Kasse war imRahmen einer Rezeptprüfung aufgefallen, dass zwei in Köln wohnende Versichertezum Teil taggleiche Verordnungen überExjade bei dem Frankfurter Apotheker eingelöst hatten. Anfang2014 wurde die Apotheke durchsucht, die anschließenden Ermittlungen waren lautStaatsanwaltschaft „besonders zeit- und arbeitsintensiv“. Denn um denGesamtschaden feststellen zu können, mussten unter anderem die Daten derWarenlieferungen bei mehreren hundert Lieferanten der Apotheke abgefragt,erfasst und mit den Abrechnungsdaten der Krankenkassen abgeglichen werden.

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