Gelbfieber-Mücken, Quallen, Blutegel: In welchen Ländern du dich schützen musst

Gelbfieber-Mücken, Quallen, Blutegel: In welchen Ländern du dich schützen musst

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Hunderttausende Deutsche zieht es jetzt an die umliegenden Meere. Doch auch in Europa haben sich inzwischen gefährliche Plagegeister eingenistet, vor denen Sie sich in Acht nehmen sollten. FOCUS Online zeigt, in welchen beliebten Urlaubsregionen Sie aufmerksam sein sollten.

An vielen beliebten Badeorten wartet nicht nur Erholung auf Sie. Die Anzahl an Insekten, die Krankheiten übertragen, und anderen gefährlichen Tieren nimmt europaweit zu.

Tigermücken am Mittelmeer

Bereits seit Jahren macht es sich die asiatische Tigermücke im Mittelmeerraum heimisch. Sie kann Krankheiten wie das Dengue- oder das West-Nilfieber übertragen genau so wie den Chikungunya-Virus.

Erst kürzlich teilte das Centrum für Reisemedizin (CRM) mit, dass sich erneut Touristen in Spanien mit dem Chikungunya-Virus angesteckt hatten. Die Krankheit, die für gewöhnlich nur in Afrika und Südostasien vorkommt, löst Fieber und Schmerzen aus, hinterlässt aber keine Folgeschäden. Allerdings gibt es weder eine Impfungen noch Medikamente – die Krankheit klingt nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.

Das CRM empfiehlt, in Mittelmeerregionen allgemein stets auf Mückenschutz zu achten. Besonders geeignet seien Mittel mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET.

Dann ist es auch unwahrscheinlicher, sich mit Dengue- oder West-Nil-Fieber anzustecken. Vor letzterem warnt derzeit das Robert-Koch-Institut (RKI) in ganz Südeuropa, aber auch in Österreich und Ungarn. West-Nil-Fieber äußert sich in Fieber und Schüttelfrost, kann aber auch tödliche Krankheiten wie Meningitis und Enzephalitis auslösen. Hauptträger der Viren sind Vögel, Mücken transportieren die Erreger aber auch auf Menschen.

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Gelbfiebermücken in Kroatien, Spanien, Frankreich und auf Madeira

Wer am Dengue-Fieber erkrankt, bemerkt das zunächst an Fieber oder Muskelschmerzen. Normalerweise klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen von selbst ab. Aber auch diese Krankheit kann einen schweren bis tödlichen Verlauf nehmen. Bisher gab es Fälle von Dengue-Fieber in Kroatien, Spanien, Frankreich und auf Madeira. Auf Madeira hat es sich inzwischen auch eine Population der sogenannten Gelbfiebermücke heimisch gemacht. Ähnlich wie die Tigermücke stammt auch sie ursprünglich aus tropischen Regionen und kann dieselben Krankheiten übertragen, ebenso wie Gelbfieber.

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Sandmücken am Mittelmeer

Das CRM warnt zudem im gesamten Mittelmeerraum vor Sandmücken. Sie können die Viren des grippeähnlichen Pappataci-Fiebers, aber auch Leishmanien übertragen. Leishmanien können schwere Organschäden und Hautgeschwüre verursachen. Auch vor diesen Insekten könne der richtige Mückenschutz helfen – am besten mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET. Den sollten Badegäste aber erst auftragen, wenn die Sonnencreme vollständig eingezogen ist.

Portugiesische Galeere auf Mallorca und in Portugal

Aber nicht nur vor Mücken müssen Reisende sich in Acht nehmen. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden auch 2019 wieder gefährliche Quallen auf der Baleareninsel Mallorca gesichtet. Die Portugiesische Galeere hat bis zu 50 Meter lange Tentakel, wer sie berührt, empfindet starke Schmerzen und kann Verbrennungen erleiden. Einzelne Sichtungen gab es dieses Jahr auch schon in Portugal – dort auch auf Madeira und den Azoren.

Wer mit einer giftigen Qualle in Berührung gekommen ist, sollte die betroffene Stelle auf keinen Fall mit Süßwasser oder Alkohol abspülen. Sollten noch Tentakelreste am Körper sein, befeuchten Sie diese mit Salzwasser, besser aber noch mit Rasierschaum. Schaben Sie die Reste anschließend mit einem stumpfen Gegenstand, zum Beispiel einer Kreditkarte, vorsichtig ab. Anschließend stäuben Sie fein Sand über die gereizten Hautstellen.

Außerdem sollten Sie die Stelle kühlen – mit einem Kühlakku oder Gel aus der Apotheke. Wichtig bei all diesen Schritten: Nicht reiben! Das kann die Tentakel dazu anregen, noch mehr Gift abzugeben oder das Gift tiefer in die Haut befördern. Haben Sie starke oder langanhaltende Beschwerden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Feuerquallen an der Ostsee

Ebenfalls unangenehm sind Begegnungen mit Feuerquallen. Diese tummeln sich auch an deutschen Küsten – und zwar entlang der Ostsee. Badegäste erkennen sie an ihrer dunkelroten bis gelben Farbe. Vorsicht: Auch, wenn sie bereits tot am Strand liegen, können ihre Tentakeln immer noch Verbrennungen verursachen!

Tentakeln einer Feuerqualle können Sie ebenso wie die einer Portugiesischen Galeere entfernen.

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Pärchenegel auf Korsika

Einen besonders ekligen, aber nichtsdestotrotz wichtigen Reisehinweis gibt es derzeit vom Auswärtigen Amt für Korsika. Am Fluss Cavo nahe der Stadt Porto Vecchio im Süden der Insel gab es in letzter Zeit Fälle von sogenannter Bilharziose. Ausgelöst wird diese Erkrankung durch Schistosoma haematobium, einem Pärchenegel, der durch die Haut in die Blutbahn dringt, in der Leber zu einem Saugwurm heranwächst und sich letztlich in der Blase einnistet.

Dort kann er die gefährliche Krankheit Schistosomiasis auslösen, die unbehandelt zum Tod führen kann. Die Pärchenegel werden sogar mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht.

Wer nach dem Baden im Fluss Cavo einen juckenden Hautausschlag bei sich bemerkt, sollte diesen bei einem Arzt abklären. Es könnte sich dabei um die Eintrittsstelle eines Pärchenegels handeln. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zudem zu Beschwerden im Harntrakt sowie Schmerzen oder Blut beim Wasserlassen. Nachweisen können Mediziner die Wurmkrankheit mit einer Urinprobe.

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