Vorbestellung von Grippeimpfstoffen: Risiko müssen Krankenkassen tragen

Vorbestellung von Grippeimpfstoffen: Risiko müssen Krankenkassen tragen
Grippeimpfstoffrezepte im Sprechstundenbedarf sollen ein Jahr gelten und die Krankenkassen müssten das Risiko eines unerwarteten Rückgangs bei Influenzavakzinen tragen – unter anderem dies fordert die ABDA in ihrer Stellungnahme zum TSVG. Auch mit der pauschalen Vergütung der Apotheker mit einem Euro pro Impfdosis ist die Standesvertretung nicht einverstanden. Sie sieht die flächendeckende Versorgung mit Impfstoffen in Gefahr.

Die ABDA sieht bei der derzeit angedachte Impfstoffregelung im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) „erheblichenÄnderungsbedarf“ – und das sowohl beim Anwendungsbereich und der Preisbildung von Impfstoffen, als auch den Fristen für die Preisstellung und Bestellung der Grippeimpfstoffe.

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Impfstoffe: Ein Euro fix für die Apotheke und weitere Rabatte für die Kassen

Zur Erinnerung: Das TSVG plant mehrere Änderungen bei Vakzinen. So sollen für die Preisbildung künftig nicht – wie seither – Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien als Referenzstaaten dienen, sondern der gesamte europäische Wirtschaftsraum (EWR). Dieser umfasst neben den Mitgliedstaaten der EU auch Island, Norwegen und die Schweiz. Zusätzlich sollen Impfstoffhersteller weitere Zwangsrabatte gewähren, und zwar 10 Prozent auf Influenzavakzine und 5 Prozent auf alle übrigen Impfstoffe. Auch Apotheker werden laut Gesetzentwurf das TSVG zu spüren bekommen: In den ergänzenden Verträgenzwischen Kassen und Apothekerverbänden auf Landesebene (§ 129 Abs. 5 Satz 1 SGBV) über die Impfstoffversorgung ist künftig zu vereinbaren, dass die Apotheken nicht mehr als den Apothekeneinkaufspreis zuzüglich einer Apothekenvergütung von einem Euro jeEinzeldosis sowie die Umsatzsteuer erstattet bekommen.

Auch wenn die ABDA „das grundsätzliche Anliegen des Gesetzentwurfs, eine qualitativ gute undgut erreichbare Versorgung aller Patienten in Deutschland zu sichern“ begrüßt, verdeutlicht die Apotheker-Standesvertretung in ihrer am 15. Januar veröffentlichten Stellungnahme, dass das TSVG durchaus nachbesserungsbedürftig ist.

Regelungsbedarf besteht nur bei Grippeimpfstoffen

Die ABDA kritisiert als erstes, dass sich die im TSVG vorgeschlagenen Änderungen zu Impfstoffen auf „sämtliche Impfstoffe“ beziehen. In den Augen der Apotheker-Standesvertretung sind aber nur „saisonale Impfstoffe“ hinsichtlich Engpässen regelungsbedürftig. Ihr Argument: „Grippeimpfstoffe werden spezifisch für die jeweilige ‚Impfsaison‘ hergestellt und stellen damit an die Organisation der Versorgung besondere Herausforderungen“.

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