Verhütungsmittel für Bedürftige nun auch in Bochum gratis

Verhütungsmittel für Bedürftige nun auch in Bochum gratis

Seit dieser Woche könnenBezieherinnen von Sozialleistungen in der Ruhrgebietsstadtverschreibungspflichtige Verhütungsmittel kostenlos erhalten. Damit reiht sichdie Kommune in die immer noch geringe Zahl der Städte und Gemeinden ein, diedies ermöglichen. Eine bundeseinheitliche Regelung wie etwa von pro familiagefordert scheiterte bislang mehrfach im Bundestag – und die kommunalenGeldtöpfe sind nur begrenzt.

Frauen, die in Bochum wohnen,älter als 22 Jahre sind und „existenzsichernde Sozialleistungen“ erhalten,müssen seit Beginndieser Woche (KW25) nichts mehr für verschreibungspflichtige Verhütungsmittelbezahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass siemit dem entsprechenden Rezept und ihrem Leistungsbescheid die Beratungsstellevon profamilia in der der nordrhein-westfälischen 364.000 Einwohnerstadt im Ruhrgebiet aufsuchen.

Dort bekommen die Frauen danneine Bewilligung, mit der Ärzte und Apotheker direkt mit pro familia abrechnenkönnen. Die Beratungsstelle rund um die Themen Schwangerschaft, Sexualität undFamilie verwaltet in Bochum nämlich im Auftrag der Stadt nun einen „Fonds für Verhütungsmittel“, aus dem Pille und Co. bezahlt werden. SPD und Grüne hattendas beantragt und im April erfolgreich und durch den Stadtrat bekommen. Zieldes Verhütungsmittelfonds sei es, „Frauen mit geringem Einkommen eineverlässliche Familienplanung und sichere Empfängnisverhütung zu ermöglichen, sodass insbesondere unerwünschte Schwangerschaften bzw. unnötigeSchwangerschaftsabbrüche und daraus resultierende Belastungssituationenvermieden werde“, heißt es in dem Beschluss.

Die Apotheker mögen die Idee

„Ich habe von diesem Fondsbislang nur aus der Zeitung erfahren“, sagt Sabine Becker, angestellte Apothekerinin der Westfalen-Apothekein Bochum. Bislang habe man nochkeinen Fall gehabt, sie fürchtet aber Mehraufwand durch die Art der Abrechnung.„Aber grundsätzlich finde ich das gut“, sagt sie

Auch Margarete Panne, Inhaberinder Apotheke amHauptbahnhof, hat bislang erst über den Fonds für Verhütung gelesen. „Ich finde das einegute Sache. Einige Ältere werden aber wahrscheinlich Einwände über dieFinanzierung des ‚Vergnügens‘ haben“, sagt sie. Die Abrechnung, meint sie, seiwohl kein großes Problem. „Wir sind ja solche Abrechnungen über Jobcenter undähnliches gewohnt“, sagt sie.

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