Pharmazieräte fordern Makelverbot und konkretisieren Temperaturkontrolle

Pharmazieräte fordern Makelverbot und konkretisieren Temperaturkontrolle

Auch die Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) spricht sich gegen das Zuweisen und Makeln von Rezepten aus. In weiteren Resolutionen der APD geht es um die kontaktfreie Abgabe von Arzneimitteln, die Befugnisse von PTA und die Überwachung niederländischer „Grenzapotheken“. Die wichtigste Botschaft für den Apothekenalltag dürfte sein, dass die APD kalibrierte, möglichst webbasierte Datenlogger als Stand der Technik für Kontrollen der Lagertemperatur in Apotheken betrachtet.

Die APD verabschiedete bei ihrer Jahrestagung am 9. Oktober in Kassel einige Resolutionen, die erst jetzt bekannt wurden. Darin geht es insbesondere um die Folgen der jüngsten und der erwarteten Neuregelungen für Apotheken.

Arzneimittelsicherheit vor Bequemlichkeit

In einer Resolution bekräftigt die APD den Vorrang der Arzneimittelsicherheit. Sie betont den Versorgungsauftrag der Apotheken und folgert daraus für die Arzneimittelversorgung: „Diese Tätigkeit setzt die Abgabe von Arzneimitteln aus den öffentlichen Apotheken durch pharmazeutisches Personal unter Verantwortung eines approbierten Apothekers zwingend voraus. Jegliche Gesetzgebung muss diese Forderungen berücksichtigen. Die Arzneimittelsicherheit darf nicht Convenience-Überlegungen geopfert werden.“ Damit bezieht sich die APD offenbar auf die Neuregelung des Botendienstes, der nun eine Regelversorgung darstellt. Die APD fordert, die Arzneimittelsicherheit über die Bequemlichkeit für die Patienten zu stellen. In einem Bericht, den der APD-Vorsitzende Christian Bauer für die DAZ verfasst hat, verweist er zu diesem Punkt auf einen Vortrag des ABDA-Justiziars Lutz Tisch bei der APD-Tagung. 

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Tisch habe dort berichtet, dass derzeit in verschiedenen Kreisen Überlegungen zur kontaktfreien Abgabe von Arzneimitteln angestellt würden. Mit der neuen Botendienstregelung könnten kontaktfrei verschreibungspflichtige Arzneimittel bezogen werden, ebenso im Versand, durch Pick-up-Stellen und über Ausgabeautomaten. Zur Beratung werde die Telepharmazie etabliert. Dies berge große juristische Risiken, die die Präsenz-Apotheke in ihren Grundfesten erschüttern könnten, habe Tisch bei der APD-Tagung erklärt; (den Bericht über die APD-Tagung finden Sie in der DAZ 46). Außerdem vertritt die APD in einer Resolution die Auffassung, dass PTA auch in externen Betriebsräumen der Apotheke „nur unter Aufsicht eines persönlich anwesenden Apothekers arbeiten“ dürfen. Damit widerspricht die APD den Vorschlägen, die PTA sollten künftig auch Aufgaben „unter Verantwortung“ eines Apothekers ausführen können.

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