Lasmiditan bei akuter Migräne – eine Alternative zu Triptanen

Lasmiditan bei akuter Migräne – eine Alternative zu Triptanen

Triptane wirken bei akuter Migräne am besten – bislang. Die 5-HT1B/1D-Agonisten eignen sich jedoch nicht für alle Migränepatienten. Für Migräniker mit Herz-Kreislauferkrankungen – wenn Triptane kontraindiziert sind – könnte nun Lasmiditan eine Option sein. Die FDA hat den selektiven 5-HT1F-Agonisten in Reyvow nun zur akuten Migränetherapie mit und ohne Aura zugelassen.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Lasmiditan zugelassen. Eingesetzt werden darf Reyvow (Eli Lilly) bei Erwachsenen zur akuten Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura. Derzeit gelten bei mittelschweren bis schweren Migräne-Attacken Triptane als Goldstandard, wenn NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac, aber auch Metamizol und Paracetamol nicht ausreichend wirken. Die aktuelle S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ konstatiert: „Die 5-HT1B/1D-Agonisten (in alphabetischer Reihenfolge) Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan sind die Substanzen mit der besten Wirksamkeit bei akuten Migräneattacken und sollten bei starken Kopfschmerzen und bei Migräneattacken, die nicht auf Analgetika oder NSAR ansprechen, eingesetzt werden.“ Die 5-HT1B/1D-Agonisten sind laut Leitlinie bei 60 Prozent aller NSAR-non-Responder wirksam.

Reichen Triptane nicht? 

Wozu also weitere Arzneimittel bei akuter Migräne? Trotz der positiven Beschreibung in der Leitlinien eignen sich Triptane jedoch nicht für alle Migränepatienten – sie sind beispielsweise aufgrund ihrer vasokonstriktorischen Wirkung über 5-HT1B bei Migränikern mit kardiovaskulären Erkrankungen kontraindiziert: „Triptane sollten bei Patienten mit schwerwiegenden kardiovaskulären Krankheiten wie Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, transienter ischämischer Attacke (TIA), Schlaganfall oder fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) nicht eingesetzt werden“, empfehlen die Leitlinienexperten. Zudem sprechen  30 bis 40 Prozent der Migräniker offenbar nicht auf Triptane an.

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