Grenzwert-Debatte: Professor hält Studien zu Abgastoten für Panikmache

Grenzwert-Debatte: Professor hält Studien zu Abgastoten für Panikmache

Wirtschaftsprofessor Walter Krämer hält Statistiken zu Todesfällen durch Autoabgase für reine Panikmache. Bei der aktuellen Debatte um die Festlegung der Grenzwerte fehle es an der wissenschaftlichen Begründung.

Laut einer Studie des Umweltbundesamts sterben deutschlandweit jährlich 6000 bis 8000 Menschen vorzeitig an den Wirkungen von Autoabgasen. Doch Walter Krämer, deutscher Ökonom und Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Technischen Universität in Dortmund, hält von diesen Zahlen nicht gerade viel und hält die Studien für unseriös.

Leiden am Prinzessin-auf-der-Erbse-Syndrom

Er erklärt im Interview mit „Stuttgarter Nachrichten“: „Wenn eine Erkrankung häufiger als zuvor die Todesursache ist, muss das nicht an deren Gefährlichkeit liegen, sondern kann auch darauf zurückzuführen sein, dass andere Ursachen ausgefallen sind.“ Erst seitdem Leiden wie Typhus, Cholera und Tuberkulose als „konkurrierende Todesursachen ausgefallen“ seien, sei Krebs zur Todesursache Nummer Eins geworden. Ähnlich werde nun auch die Gefahr, die von Stickstoffdioxid ausgeht, gehandhabt.

Was aus den Statistiken jedoch zu entnehmen sei, so Krämer gegenüber „Stuttgarter Nachrichten“, sei, dass die Luftverschmutzung durch Abgase seit langer Zeit zurückgehe und Menschen heutzutage länger leben würden. „Es geht uns so gut, dass uns schon eine geringe Belästigung bedrohlich erscheint. Woran wir leiden, ist das Prinzessin-auf-der-Erbse-Syndrom.“

Krämer: Studien sind reine Panikmache

Schwächen sieht der Professor auch an Statistiken, die prüfen, wie unterschiedlich die Gesundheit von Menschen am Land zu Menschen in höher belasteten Gegenden ist. „Ich kann vor einer solchen Zuordnung von Umwelteinflüssen und Erkrankungen nur warnen.“

Stickoxide seien immerhin nicht die einzigen Umwelteinflüsse, behauptet Krämer gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“. Bei Befragungen würde oft nicht einmal in Erfahrung gebracht, ob Menschen rauchen oder nicht. "Für Studien, die Stickoxide für Tausende von Menschenleben verantwortlich machen, gibt es daher nur eine Bezeichnung: Sie sind reine Panikmache.", sagt Krämer.

Auch die Debatte rund um die Festlegung der Grenzwerte bemängelt der Ökonom aufs Schärfste. "Die Grenzwerte im Freien sind auf Druck von Interessengruppen zustande gekommen, die den Autoverkehr aus den Städten verbannen wollen. Sie sind politisch gesetzt und werden wissenschaftlich bemäntelt", erklärt Krämer weiter. Die Grenzwerte würden in Zukunft solange gesenkt – „bis sie wieder überschritten“ würden. „Nur so kann der völlig falsche Eindruck entstehen, die Luft werde immer dreckiger, obwohl das Gegenteil der Fall ist.“

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