Boni-Verbot für E-Rezept-Übermittlung

Boni-Verbot für E-Rezept-Übermittlung

VieleRahmenbedingungen für die Digitalisierung sind noch offen. Darum zielen vieleAnträge zum Deutschen Apothekertag darauf, die Weichen dafür richtig zustellen. Diese Anträge zeigen zugleich, vor welchen großen Herausforderungendie Apotheker bei der Digitalisierung stehen. Besonders gefährlich erscheintein möglicher Wettbewerb um die Übermittlung von E-Rezepten. Dagegen sollen einumfassendes Makelverbot und Verbot von Zuwendungen für die Übermittlung helfen.

Diebisher vorliegenden Anträge zum Deutschen Apothekertag werden voraussichtlichauf der Sitzung des ABDA-Gesamtvorstandes am Donnerstag besprochen. Daraufhinsind noch Änderungen und Ergänzungen möglich. Wie das Antragsheft zumApothekertag aussehen wird, steht damit noch nicht genau fest. Doch die bishervorliegenden Anträge zeigen: Die Digitalisierung wird ein zentrales Thema derAntragsdebatte.

Mehr zu den DAT-Anträgen 2019

DAT-ANTRAG

BMG-Expertengruppe soll Pharmaziestudium reformieren

Anträge zum DAT

Dienstleistungen: Vergütung soll Niveau eines akademischen Heilberufs haben

Digitalisierungvorantreiben

Dererste Antrag im Kapitel „Digitalisierung“ stammt vom geschäftsführendenABDA-Vorstand und stellt primär nur die grobe Zielrichtung klar. Demnach solldie Digitalisierung „im deutschen Apothekensektor“ vorangetrieben werden. DerAntrag bestätigt das bestehende Netz der Apotheker in enger Anlehnung an diegematik und verweist auf eine „mögliche Migration“ in Fachanwendungen derTelematikinfrastruktur. Das soll offenbar den eingeschlagenen Kurs der ABDAbekräftigen. Konkret wird der Antrag nur bei einer Aufforderung an denGesetzgeber, die Rahmenbedingungen „für die Umsetzung digital unterstützter,honorierter pharmazeutischer Dienstleistungen in der Apotheke“ zu schaffen.Dabei bleibt offen, ob damit weitere honorierte Dienstleistungen über dasderzeit laufende Gesetzgebungsverfahren hinaus gemeint sind. Recht weit gefasstist auch der Antrag der Apothekerkammer Nordrhein, der Gesetzgeber solle„eindeutige und justiziable Rahmenbedingungen für das E-Rezept“ schaffen, die dieAutonomie der Patienten bei der freien Apothekenwahl auch künftig garantieren.

Makelverbotauch für Dritte

Dieweiteren Anträge zur Digitalisierung erscheinen konkreter. Sie zeigen deutlich,wo künftig Gefahren für das Versorgungssystem und für die Apotheken lauern. DieApothekerkammer Westfalen-Lippe und der Apothekerverband Schleswig-Holsteinmöchten den Gesetzgeber auffordern, das Makelverbot für E-Rezepte durch denZusatz „und durch Dritte“ „auf alle Beteiligten zu erweitern, die nicht Ärzteoder Krankenkassen sind“. Denn neben dem Wettbewerb unter Apotheken dürfe eskeine weitere Wettbewerbsebene um den Zugriff auf E-Rezepte geben. DieAntragsteller erläutern, dass Apotheken sich sonst mit hohen Kosten denForderungen Dritter beugen müssten. „Das würde zu einem ruinösen,unkalkulierbaren Wettbewerb führen und somit die flächendeckende Versorgungdurch Vor-Ort-Apotheken extrem gefährden“, heißt es in der Begründung.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen